Gaddafis Truppen setzen Streubomben ein

libyen1.gifBereits seit Mitte Februar versuchen die Rebellen in Libyen erfolglos, den langjährigen Machthaber Muammar Gaddafi aus dem Amt zu treiben. Dieser kämpft jedoch mit allen Mitteln gegen seine Entmachtung und schreckt dabei auch nicht vor zivilen Opfern zurück. In der seit Wochen umkämpften Stadt Misrata im Westen des Landes haben Regierungstruppen nun auch Streubomben auf Wohnviertel abgeschossen.

Seit Mitte Februar tobt nun bereits der Machtkampf in Libyen, aber ein Ende ist nicht abzusehen. Auch das Eingreifen einer internationalen Koalition zur Durchsetzung der Flugverbotszone über dem Land hat bisher nicht die entscheidende Wendung gebracht. Der Vormarsch der Truppen des seit 40 Jahren regierenden Machthabers Muammar Gaddafi nach Osten konnte zwar gestoppt werden, aber den Rebellen fehlt es an militärischem Gerät, Organisation und Erfahrung, um die volle Kontrolle über das nordafrikanische Land zu erlangen.

Besonders umkämpft ist die Stadt Misrata, welche als einzige Stadt im Westen des Landes von Rebellen kontrolliert wird. Bereits seit mehreren Wochen wird sie von Regierungstruppen belagert und immer wieder unter Beschuss genommen. Viele Tausend Zivilisten sitzen in Misrata fest und haben keine Möglichkeit die Stadt zu verlassen.

Vor drei Tagen haben die Truppen Gaddafis eine neue Offensive auf die Stadt gestartet, in deren Verlauf auch Streubomben auf Wohnviertel in Misrata abgefeuert wurden, wie Journalisten vor Ort berichten. Streubomben explodieren bereits in der Luft und setzen dabei eine Reihe kleinerer Bombensplitter frei, welche beim Einschlag detonieren. Streubomben können demnach nicht gezielt auf ein Objekt gefeuert werden und stellen daher eine große Bedrohung für Zivilisten dar. Über 100 Staaten haben den Einsatz dieser Waffen daher bereits verboten, Libyen und im übrigen auch die USA gehören nicht dazu.

Ein Sprecher der Rebellen teilte außerdem mit, dass die Regierungstruppen am Freitag auch die Straße zum Hafen unter Beschuss genommen haben. Der Hafen ist die letzte Fluchtmöglichkeit für Zivilisten aus der Stadt zu fliehen, zudem werden über diesen Weg internationale Hilfsgüter in die Stadt gebracht. Am Freitag Abend ist es noch einem Schiff gelungen, 1.200 Zivilisten nach Bengasi im Osten Libyens zu bringen. Seitdem ist die Sicherheitslage allerdings zu prekär, um weitere Menschen aus der Stadt in Sicherheit zu bringen.

US-Präsident Barack Obama, der britische Premierminister David Cameron und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy erklärten derweil in einem gemeinsamen Zeitungsartikel, dass sie ihr Engagement in Libyen solange fortsetzen wollen bis Machthaber Gaddafi aus dem Amt getrieben ist. Die UN-Resolution 1973 zu Libyen deckt zwar nur den Schutz der Zivilbevölkerung und nicht den Sturz des Diktators. Laut Obama kann es aber unter der Herrschaft Muammar Gaddafis in Libyen keine Sicherheit mehr für die Zivilbevölkerung geben, weshalb der Militäreinsatz bis zu dessen Sturz weitergeführt werden müsse.

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