Gaddafis Truppen rücken Richtung Bengasi vor

libyen1.gifDer Vormarsch von Gaddafis Truppen Richtung Osten setzt sich weiter fort. Medienberichten zufolge ist die strategisch wichtige Stadt Ajdabiyah von der Armee eingenommen worden. Ein Luftangriff gefolgt von einer Bodenoffensive auf Bengasi wird damit immer wahrscheinlicher. Der UN-Sicherheitsrat berät weiterhin über die Verhängung einer Flugverbotszone über Libyen.

Die Truppen des seit 41 Jahren regierenden Oberst Gaddafi haben Medienberichten zufolge die strategisch wichtige Stadt Ajdabiyah entlang der östlichen Küstenstraße Richtung Bengasi eingenommen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet jedoch unter Berufung auf Rebellenkreise, dass die Stadt weiterhin hart umkämpft sei.

Demnach hätten die verbleibenden Aufständischen in Ajdabiyah zwar am Mittag ihre Waffen an das Militär ausgehändigt, es sei jedoch gelungen am Abend gelungen, das Stadtzentrum zurückzuerobern, wohingegen die staatlichen Truppen vornehmlich die östlichen Bezirke kontrollierten.

Luftangriffe sowie darauf folgende Bodenoffensiven der Regierungstruppen auf die 650.000 Einwohner zählende Metropole Bengasi, die zweitgrößte Stadt Libyens und Hochburg der Rebellen, werden jedoch immer wahrscheinlicher. Im staatlichen Fernsehen wurde eine Regierungserklärung gezeigt in der verlautet wurde, dass das Militär auf dem Weg nach Bengasi ist, um die Stadt und deren Menschen von den, so wörtlich, bewaffneten Banden zu befreien.

Weiterhin hieß es, die Bürger sollten sich ab Mitternacht von Gebieten mit bewaffneten Personen und Waffendepots fernhalten. Die Menschen in Bengasi zeigten sich mit den Rebellen solidarisch und demonstrierten auch heute wieder in großer Zahl gegen das Unrechtsregime Muammar Gaddafis. Dabei forderten sie zum wiederholten Male den Westen dazu auf, eine Flugverbotszone über Libyen einzurichten, um weitere Luftangriffe auf Zivilisten zu verhindern.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen berät diese Möglichkeit weiterhin mit völlig offenem Ausgang. Während Russland, Deutschland und einige andere EU-Länder einer solchen Maßnahme eher ablehnend gegenüberstehen, befürworten die Arabische Liga, Frankreich, Großbritannien und mittlerweile auch die USA eine solche Flugverbotszone.

Die Zeit arbeitet derweilen für Gaddafi. Saif al-Islam, ein Sohn des Diktators Gaddafi, sagte in einem Fernsehinterview, es spiele gar keine Rolle mehr, ob der UN-Sicherheitsrat eine Flugverbotszone beschließe oder nicht, Bengasi werde so oder so fallen und innerhalb von 48 Stunden werde alles vorüber sein.

Internationale Hilfsorganisationen, das Internationale Rote Kreuz (ICRC) und Ärzte ohne Grenzen haben ihre Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen aus Bengasi evakuiert. Auch viele Menschen sind aus der Stadt Richtung Ägypten geflohen. Nicht wenige fürchten, dass es zu einem schweren Massaker kommen könnte, sollte die Armee in Bengasi einmarschieren.

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