Afrikanische Entwicklungsbank will Infrastruktur in Zentralafrika ausbauen

kongo-demrep.gifDie Infrastruktur ist in fast allen Ländern Zentralafrikas katastrophal. Das will die Afrikanische Entwicklungsbank ändern und hat deshalb Anfang des Monats ein Strategiepapier für die Region verabschiedet, welches den massiven Ausbau des Verkehrsnetzes und der energietechnischen Infrastruktur vorsieht, wodurch die Entwicklung der zentralafrikanischen Länder effektiv vorangetrieben werden soll.

Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) möchte innerhalb der nächsten fünf Jahre den Ausbau der verkehrs- und energietechnischen Infrastruktur in den zentralafrikanischen Ländern massiv vorantreiben. Das geht aus einem für fünf Jahre gültigen regionalen Strategiepapier hervor, welches der Aufsichtsrat der Bank Anfang des Monats beschlossen hat.

Die in Tunesien ansässige AfDB ist der führende Finanzdienstleister auf dem afrikanischen Kontinent und vergibt Kredite und Zuschüsse für Großprojekte. Gefördert werden sollen laut dem Strategiepapier die zehn Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung zentralafrikanischer Staaten (ECCAS). Im einzelnen sind dies Angola, Äquatorialguinea, Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Gabun, Kamerun, die Republik Kongo, Sao Tomé und Principe, der Tschad sowie die Zentralafrikanische Republik.

Die sehr schlecht ausgebaute Infrastruktur in diesen Ländern ist einer der wesentlichen Hinderungsgründe für Handel und wirtschaftliche sowie soziale Entwicklung in der Region. Laut der AfDB ist die zentralafrikanische Region das am schlechtesten vernetzte Gebiet auf dem gesamten Kontinent, obwohl dort die Vielzahl an natürlichen Ressourcen die Entwicklung deutliche vorantreiben könnte.

Zur Förderung der verkehrstechnischen Infrastruktur zählen der Ausbau des Luftverkehrs, des Schienennetzes, der Hafenanlagen und des Straßennetzes. In der Region existieren etwa 150.000 Straßenkilometer, wovon jedoch lediglich rund 20 Prozent geteert sind. Auch das Schienennetz wird von der AfDB als „veraltet und brachliegend“ bezeichnet und soll stärker als bisher ausgebaut und genutzt werden.

Auch um den Flugverkehr ist es in Zentralafrika nicht gut gestellt. Viele Fluggesellschaften der Region sind in den letzten Jahren Bankrott gegangen, die noch aktiven Flugzeugflotten sind in einem desolaten Zustand, es gibt nur einen sehr begrenzten Wettbewerb und die Anzahl der vorhandenen Flughäfen ist gering. Das alles trägt dazu bei, dass es nur wenige Direktverbindungen zwischen den einzelnen Ländern gibt.

Die Afrikanische Entwicklungsbank sieht bezüglich der Energiegewinnung noch ein enormes ungenutztes Potential in der Region und schätzt, dass bis zu 166 Gigawatt dort produziert werden könnten. In den kommenden fünf Jahren soll daher speziell der Aufbau von Wasserkraftwerken vorangetrieben werden.

Zur Realisierung der vielen geplanten Projekte hat die AfDB auch die Weltbank, die Europäische Union und einzelne Geberländer, darunter auch Deutschland, dazu aufgerufen, Projekte in der Region zu unterstützen.

Auch wenn die mangelnde Infrastruktur ein wesentliches Hindernis für die Entwicklung der Region ist, so ist sie sicher nicht der einzige Hinderungsgrund. Hohe Importzölle und mangelnde Kooperation der einzelnen Länder untereinander stehen einer Entwicklung ebenso im Weg, wie fragile Staatlichkeit, ethnische Spannungen und die weitgehende Abhängigkeit von den stark schwankenden Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt. Der Ansatz der AfDB deckt einen wichtigen Teilbereich der Entwicklung ab, wird jedoch nur dann Erfolg haben können, wenn auch den anderen Problemen der Region Aufmerksamkeit geschenkt wird.

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