Kenia: Plastikmüll in Wohlstand verwandeln

kenia.gifDie Kenianerin Lorna Rutto hatte es satt, mit anzuschauen, wie immer mehr Plastikabfälle die Straßen ihrer Heimat verschmutzen. Deshalb hat sie aus der Not eine Tugend gemacht und recycelt den Plastikmüll nun zu Zaunpfosten. Für diese kreative Geschäftsidee, die Holzressourcen schont, den Recyclingkreislauf befeuert und dringend benötigte Arbeitsplätze für Frauen und Jugendliche schafft, ist Rutto nun mit dem Cartier Women’s Initiative Preis ausgezeichnet worden.

Die Kenianerin Lorna Rutto ist mit dem 2011er Cartier Women’s Initiative Preis ausgezeichnet worden. Sie erhielt den Preis für ihre kreative Geschäftsidee, aus Plastikabfällen Zaunpfosten herzustellen und auf diese Weise mehrere drängende Probleme auf einmal zu lösen.

Der Cartier Women’s Initiative Preis ist ein internationaler Geschäftswettbewerb, der 2006 ins Leben gerufen wurde, mit dem Ziel, Projekte weiblicher Unternehmerinnen zu finden, zu unterstützen und stärker zu fördern. Begründet wurde die Auszeichnung vom französischen Juwelier und Uhrenherstellter Cartier, dem internationalen Frauennetzwerk „Women’s Forum“, der global agierenden Beraterfirma McKinsey & Company sowie der INSEAD Business School.

Jährlich werden aus sechs Unternehmerinnen (eine aus jeder der sechs großen Weltregionen) ausgezeichnet und erhalten ein Preisgeld in Höhe von 20.000 US-Dollar sowie Zugang zu einem weltweiten Netzwerk von Unternehmern und Unternehmerinnen. Bernard Fornas, der Präsident und Geschäftsführer von Cartier, zeigte sich erfreut, dass trotz der globalen Finanzkrise und der damit einhergehenden Verknappung der Fördergelder, noch immer so viele gute Ideen von findigen Geschäftsfrauen in die Realität umgesetzt werden.

Lorna Rutto aus Kenia beispielsweise hat ihre Karriere im Bankwesen beendet, um ihr Projekt EcoPost ausbauen zu können. Gegründet hat sie die Firma, die lang haltbare und umweltfreundliche Zaunpfosten zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik herstellt, aus dem Bedürfnis heraus, das zunehmende Müllproblem zu bekämpfen und gleichzeitig einen Lebensunterhalt daraus zu erwirtschaften.

Die von ihrem Unternehmen hergestellten Pfosten sind vielseitig einsetzbar und haben gegenüber Holz klare Vorteile: Sie haben eine lange Lebensdauer, werden nicht von Termiten zerfressen, sind günstig herzustellen und werden nicht gestohlen und als Feuerholz verwendet.

Recycelbare Plastikabfälle zur Herstellung der Pfosten sind in dem ostafrikanischen Land reichlich vorhanden. Allein in der Hauptstadt Nairobi fallen täglich mehr als 2.800 Tonnen Abfall an, wovon ca. 20 Prozent Plastik ist. Eine Initiative der Regierung aus dem Jahr 2007, die die Verwendung einfacher Plastiktüten verboten hat, hat bisher keine Wirkung gezeigt.

Ruttos EcoPost Projekt bietet aber nicht nur eine partielle Lösung für das ausufernde Problem der Plastikabfälle – in den ersten acht Monaten wurden bereits 300 Tonnen recycelt –, sondern trägt auch dazu bei die Abholzung und Übernutzung der natürlichen Holzressourcen einzudämmen. Ruttos Ziel ist es nun, mit dem Preisgeld ihr Unternehmen weiter auszubauen und innerhalb der ersten drei Jahre 100 direkte und über 500 indirekte Arbeitsplätze zu schaffen.

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