Kenia wünscht sich internationale Unterstützung in Somalia

kenia.gifKenias Sicherheitsminister wünscht sich die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen die radikal-islamistischen al-Shabaab Milizen im Süden Somalias. Seit Oktober befinden sich kenianische Soldaten jenseits der Grenze, um Stellungen der Milizen zu zerstören. Grund für die Offensive waren mehrere Bombenanschläge und Entführungen auf kenianischem Boden, für die die Rebellen verantwortlich gemacht werden.

Seit Oktober befinden sich kenianische Truppen nördlich der Grenze im benachbarten Somalia, um dort gegen die radikal-islamistischen al-Shabaab Milizen zu kämpfen, die fast den gesamten Süden des Landes kontrollieren. Kenias Sicherheitsminister George Saitoti hat heute während eines Besuchs in Großbritannien verlauten lassen, dass er sich die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft wünsche, um gemeinsam die Lage in Somalia unter Kontrolle zu bringen.

Seit dem Sturz des Diktators Mohamed Siad Barre 1991 ist Somalia ohne funktionierende Zentralregierung – ein idealer Nährboden für terroristische Organisationen, Rebellen und Warlords. Die al-Shabaab Milizen, die eine strenge Auslegung der Scharia in Somalia durchsetzen wollen, haben in letzter Zeit ihre terroristischen Aktivitäten auch auf kenianisches Staatsgebiet ausgeweitet, was als Auslöser für die Militäraktion Kenias gesehen wird.

Auf die militärische Intervention Kenias, die zusammen mit somalischen Truppen durchgeführt wird, sollten nun auch internationale Bemühungen folgen, um die Ausweitung der „terroristischen Tentakeln“ zu verhindern, sagte Saitoti weiter. Anfang der Woche gab es Berichte, dass auch Äthiopien Truppen in die Region entsandt hat. Analysten gehen jedoch davon aus, dass Kenia allein nicht über genügend Feuerkraft und Einheiten verfügt, um der al-Shabaab ihre Machtbasis im Südsudan zu nehmen.

Heute griffen kenianische und somalische Truppen mehrere Verstecke der Milizen nahe den Städten Hawina und Badade an. Aufgrund heftiger Regenfälle kommen die Landeinheiten allerdings nur schleppend voran. Zur Unterstützung der Soldaten setzt Kenia auf Kampfhubschrauber und -flugzeuge. Bei den Angriffen wurden mehrere Rebellen getötet – genaue Zahlen sind nicht verfügbar.

In der kenianischen Grenzstadt Mandera im äußersten Nordwesten des Landes tötete heute eine Bombe am Straßenrand einen kenianischen Soldaten der sich auf Patrouille befand und verletzte vier weitere schwer. Bisher ist allerdings noch unklar ob die al-Shabaab Milizen hinter dem Anschlag stehen oder ob es sich um die Tat von anderen militanten Gruppen handelt. Am vergangenen Dienstag wurden bereits in der Grenzstadt Liboi angeschossen und schwer verletzt und Anfang diesen Monats tötete eine Handgranate in einer Kirche in der östlich gelegenen Stadt Garissa zwei Menschen.

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