Kenia: Erleichterung über Tod von Bin Laden

kenia.gif Wie in vielen anderen Regionen der Welt herrscht auch in Kenia Erleichterung über den Tod des Islamistenführers Osama Bin Laden. Bei zwei Terroranschlägen der al-Qaida wurden in den Jahren 1998 und 2002 hunderte Menschen in Kenia getötet und tausende weitere schwer verletzt. Durch den Tod Bin Ladens ist die Gefahr terroristischer Anschläge allerdings auch in Kenia nicht gebannt. Konkrete Bedrohung geht vor allem von den Extremisten der in Somalia stationierten al-Shabaab aus.

Kenia ist das Land in Ostafrika, das am meisten unter dem Terrornetzwerk Al-Qaida gelitten hat. Zwei Terroranschläge in der Hauptstadt Nairobi sowie in der Hafenstadt Mombasa in den Jahren 1998 und 2002 kosteten hunderten Kenianern das Leben. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Menschen in Kenia sich Mehrheitlich erleichtert zeigen über den Tod des Terrorchefs Osama Bin Laden, der vergangene Woche von einem Spezialkommando der USA in Pakistan aufgespürt und getötet worden ist.

Der schwerste Terroranschlag in Kenia ereignete sich am 7. August 1998 in der Hauptstadt Nairobi. In der Amerikanischen Botschaft detonierten gleich zwei Sprengsätze, die ein wahres Bild der Zerstörung hinterließen. Über 200 Kenianer und 12 Amerikaner kamen bei diesem Anschlag ums Leben. Tausende weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Viele der Überlebenden leiden bis heute an den Folgen der Verletzungen, sind körperlich und mental beeinträchtigt und teilweise arbeitsunfähig. Besonders bitter für die Kenianer ist die Tatsache, dass der Anschlag ganz offensichtlich den Amerikanern gegolten hat. Dass so viele Menschen aus ihrem Land zwischen die Fronten im Kampf der Amerikaner gegen die Terroristen der Al-Qaida geraten sind, ist für viele schwer zu begreifen.

Vier Jahre nach dem Anschlag auf die Amerikanische Botschaft in Nairobi schlug das Terrornetzwerk unter der Führung Osama Bin Ladens erneut in Kenia zu. Am 28. November 2002 explodierten Sprengsätze in einem israelischen Hotel in der Hafenstadt Mombasa. 15 Menschen wurden bei dem Anschlag getötet, zahlreiche weitere schwer verletzt.

Die Berichte über die erleichterten Reaktionen der Kenianer auf den Tod des Terroristenführers Osama Bin Laden sind entsprechend gut nachvollziehbar. Dennoch wissen die Menschen in Kenia, dass die Gefahr erneuter Anschläge durch terroristische Gruppierungen dadurch nicht aufgehoben ist. Eine konkrete Bedrohung geht vor allem von der islamistischen Bewegung al-Shabaab aus, die in Somalia stationiert ist. Der al-Shabaab werden enge Kontakte zur Al-Qaida nachgesagt. Für das Osterwochenende hatten die Extremisten angekündigt, Anschläge auf öffentlichen Plätzen in Kenia zu verüben. Die Sicherheitsvorkehrungen im Land sind seither entsprechend hochgestuft worden. Auch Vergeltungsanschläge nach dem Tod Bin Ladens werden in Kenia nicht ausgeschlossen.

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