Guinea: die schlausten Affen der Welt

guinea.gif Eine Schimpansenfamilie der besonderen Art brachte im Urwald von Guinea japanische Forscher zum Staunen. Im Südosten des westafrikanischen Landes entdeckten sie eine Gruppe von Menschenaffen, die eine Intelligenz und eine Erfindungskraft an den Tag legt, wie sie selbst bei Primaten bisher noch nicht beobachtet worden ist. Eine Erkenntnis der Forscher ist somit gesichert: Guinea hat die klügsten Affen der Welt.

Primaten unterscheiden sich genetisch nur minimal vom Menschen. Das an sich ist keine Neuigkeit. Sie haben eine komplexe Sozialstruktur und benützen Werkzeuge. Doch die Schimpansengruppe, die Forscher aus Japan nun im Urwald in Guinea entdeckt hat, beeindruckt auch die Fachleute mit ihrer herausragenden Intelligenz. Die Menschenaffen im Urwald des westafrikanischen Staates sind die klügsten Tiere, die die Welt je gesehen hat. Davon sind die japanischen Forscher überzeugt.

Die besagte schlauste Affenbande der Welt lebt im Urwald am Rand des kleinen Dorfes Bossou, unweit der Nimba Berge im Südosten Guineas. Und tatsächlich ist ihr Verhalten dem ihrer menschlichen Nachbarn gar nicht unähnlich. Die Forscher beobachteten beispielsweise, wie die Affenfamilie eine vielbefahrene Straße überquerte. Die Männchen blieben zunächst brav am Straßenrand stehen und schauten nach rechts und nach links. War kein Auto in Sicht gaben die Männchen den Weibchen samt Nachwuchs ein Handzeichen und gemeinsam ging’s sicher über die Straße.

Beeindruckt haben die Mitglieder der Schimpansengruppe aber auch durch ihre unglaubliche Erfindungskraft bei der Herstellung von Werkzeugen. Die Affen zerkauen Pflanzen und nützen diese als Schwämme. Denn auch bei der Affenfamilie in Bossou steht saubermachen und wischen der Behausung auf der Tagesordnung. Aus Palmblättern stellen die Affen durch ausgeklügelte Falttechniken Trinkgefäße her. Und auch als Kissen werden die großen Blätter von den Affen verwendet. Die Affen im Urwald von Guinea pflücken keine Palmfrüchte wie ihre Artgenossen in anderen Regionen, sie pürieren das Fruchtfleisch der noch am Baum hängenden Früchte mit einem Palmwedel und verzehren dann bequem die Leckerei.

Und auch die Jugend der Affenbande brachte die Forscher zum Staunen. Denn die weiblichen Jungtiere im Wald von Bossou hatten eine ganz besondere Idee um an möglichst echte Puppen zum Mutter-Kind-spielen zu gelangen. Sie fangen pelzige Tiere in der richtigen Größe – besonders gut geeignet zu sein scheint eine afrikanische Murmeltierart –, anschließend betäuben sie die Tiere indem sie sie gegen einen Baumstamm schleudern. Benommen und wehrlos lassen sich die pelzigen Tierchen dann von den jungen Schimpansenweibchen in ihre Nester tragen wo sie gehätschelt und umsorgt werden wie bei kleinen Mädchen ihre Puppen.

Spektakuläre Aufnahmen dieser wirklich außergewöhnlichen Affenbande im Urwald von Guinea sind nun in einem Bildband mit dem Titel "The Chimpanzees of Bossou and Nimba" veröffentlich worden. Mit der Kamera vor Ort war der japanische Fotograf Anup Shah, der das Leben der Primaten mit all seinen einmaligen Besonderheiten beeindruckend dokumentiert hat.

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