Organisiertes Verbrechen bedroht Entwicklung

ghana.gifDas organisierte Verbrechen nimmt in vielen westafrikanischen Staaten zu und agiert immer häufiger transnational bzw. international. Der Ressourcenreichtum in vielen Ländern der Region, kombiniert mit einer laxen Gesetzgebung und weitverbreiteter Korruption lockt nicht nur Investoren, sondern auch gut organisierte kriminelle Banden an. Um Strategien gegen diese besorgniserregende Entwicklung zu finden, treffen sich zur Zeit Sicherheitsexperten aus 13 westafrikanischen Ländern in Accra.

In Accra, der Hauptstadt Ghanas, haben sich Sicherheitsexperten aus 13 westafrikanischen Ländern zu einer einwöchigen Konferenz zusammengefunden, auf der ein gemeinsames Vorgehen gegen das organisierte Verbrechen in der Region vereinbart werden soll. Veranstaltet wird die Konferenz von der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und dem von der US-Regierung finanzierten Africa Center for Strategic Studies.

Viele Länder Westafrikas hatten lange Zeit mit Bürgerkriegen im eigenen Land zu kämpfen und sehen sich nun einer neuen Bedrohung gegenüber: Regional, national und häufig auch transnational oder international operierende Verbrechersyndikate stellen eine wachsende Gefährdung für die Sicherheit in der Region dar. Ihr Geld verdienen sie meistens mit Waffen-, Menschen oder Drogenschmuggel, verbunden mit Geldwäsche und anderen Delikten. Eine weitere Gefährdung stellen islamistische Terrorgruppen dar, die abgelegene Gebiete in der Sahara als Rückzugsgebiet nutzen und sich auf die Entführung von Mitarbeitern internationaler Firmen spezialisiert haben, womit sie bereits mehrere Millionen US-Dollar Lösegeld erpresst haben.

Der Reichtum an Rohstoffen und Erdöl, der viele westafrikanische Länder auszeichnet, hat in den letzten Jahren immer mehr Investoren angelockt. Diese Entwicklung ist jedoch gefährdet, wenn die Staaten die Bedrohung, die von organisierten Banden ausgeht, nicht in den Griff bekommen, sagte James Victor Gbeho, der Präsident der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft in seiner Eröffnungsrede. Er forderte die Staaten dazu auf, die Gesetze gegen Korruption und Geldwäsche zu verschärfen bzw. konsequenter umzusetzen.

Darüber hinaus wies Gbeho darauf hin, dass die Bekämpfung des transnational agierenden, organisierten Verbrechens auch nur durch Kooperation der einzelnen Länder bei der Verbrechensbekämpfung geschehen kann. Besonders die Länder, die wirtschaftlich und politisch schon länger stabil sind und die mehr Entwicklungshilfegelder erhalten, könnten seiner Meinung nach dazu beitragen, die transnationale Verbrechensbekämpfung auszubauen und effektiver zu gestalten.

Auf der Konferenz herrscht Einigkeit darüber, dass die ressourcenreichen Staaten in der Region eine besondere Verantwortung tragen, da die hier zu erzielenden hohen Gewinne das organisierte Verrechen verstärkt anlocken, wenn die Gesetze nicht klar sind und Korruption weit verbreitet ist.

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