Neue Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs kommt aus Gambia

gambia.gif Neun Jahre lang war Luis Moreno-Ocampo der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Im Juni nächsten Jahres läuft sein Mandat aus. Zu seiner Nachfolgerin wurde nun die Juristin Fatou Bensouda aus Gambia gewählt. Die 51-jährige gilt als prinzipientreu und erfahren, mit großen juristischen wie diplomatischen Kompetenzen.

Fatou Bensouda aus Gambia wird die neue Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag (IStGH) werden. Das entschieden am Mittwoch Medienberichten zufolge die Verantwortlichen der 120 Unterzeichnerstaaten des Römischen Statutes des Gerichtshofs. Bensouda setzte sich damit gegen über 50 weitere Kandidaten durch, die für diesen Posten verhandelt wurden. Die Entscheidung für die Juristin aus Gambia soll einstimmig gewesen sein. Die offizielle Wahl der 51-jährigen wird bei der nächsten Sitzung der Mitgliederstaaten in New York erfolgen, die vom 12. bis 21. Dezember stattfinden wird.

Frau Bensouda ist seit 2005 die stellvertretende Chefanklägerin des IStGH und wird nun im nächsten Jahr die Nachfolge des Argentiniers Luis Moreno-Ocampo antreten. Moreno-Ocampo bekleidete das Amt des Chefanklägers für neun Jahre. Im Juni 2012 läuft sein Mandat aus. Er stand bei einigen Völkerrechtsexperten bereits seit längerem in der Kritik. Vorgeworfen wurde ihm unter anderem seine individualistische Arbeitsweise, die von vielen als egozentrisch bewertet wurde. Manche warfen dem scheidenden Chefankläger sogar vor, er habe seine Fälle absichtlich zu Inszenierungen für die Öffentlichkeit gemacht.

Seine Nachfolgerin aus Gambia wird von Experten dagegen als bodenständig und prinzipientreu beschrieben. Hoch gelobt wurde nicht nur ihre Arbeit als Juristin sondern auch ihr diplomatisches Geschick. Bei der Afrikanischen Union genießt Bensouda ein hohes Ansehen, im Gegensatz zu ihrem Vorgänger, der von den afrikanischen Staatsoberhäuptern stets mit großer Skepsis betrachtet wurde. Medienberichten zufolge wurde schon während der Debatte um Moreno-Ocampos Nachfolge entschieden, dass der nächste Chefankläger des IStGH aus Afrika kommen soll. Vor dem Hintergrund, dass alle aktuellen in Den Haag verhandelten Fälle in Afrika liegen, liegt dieser Entschluss auf der Hand.

Die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag umfasst Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord. Frau Bensouda teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, sie werde für die Opfer dieser Verbrechen in Afrika arbeiten. Daraus ziehe sie ihre Inspiration und ihren Stolz. Ganz besonders die Völkerrechtler setzen große Hoffnungen in die neue Chefanklägerin aus Gambia.

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