Situation in der Elfenbeinküste droht zu eskalieren

elfenbeinkueste.gif Der Kampf um die Macht in der Elfenbeinküste zwischen den beiden Kontrahenten Ouattara und Gbagbo nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Experten warnen inzwischen sogar vor einem erneuten Ausbruch des Bürgerkrieges. Eine schnelle Lösung des Konfliktes ist unumgänglich, um eine Eskalation der Gewalt in der Elfenbeinküste zu verhindern.

Seit sich die Ereignisse im nordafrikanischen Libyen überschlagen, gerät der Konflikt in der Elfenbeinküste zunehmend in Vergessenheit. Doch auch hier werden die Befürchtungen um einen bevorstehenden Bürgerkrieg immer lauter. Seit Ende November vergangenen Jahres bekämpfen sich Anhänger der beiden Rivalen um das Präsidentenamt in der Elfenbeinküste. Alassane Ouattara ist der offiziell anerkannte Sieger der Wahl, der ehemalige Präsident Laurent Gbagbo ist jedoch nicht bereit, die Macht an seinen Nachfolger abzugeben.

Rund 400 Menschen wurden seit Beginn der Unruhen in der Elfenbeinküste getötet. Hunderttausende befinden sich derzeit auf der Flucht vor den anhaltenden Gefechten in ihren Heimatorten. Etwa 40.000 Ivorer sollen bereits außer Landes geflohen sein, mehrheitlich ins benachbarte Liberia. Und die Kämpfe zwischen den Anhängern Ouattaras und Gbagbos gehen weiter und bedrohen das Leben unzähliger Zivilisten. In einigen Regionen der Elfenbeinküste muss längst von bürgerkriegsähnlichen Zuständen gesprochen werden.

Die Afrikanische Union (AU) zeigt sich uneinig, was den Umgang mit dem Konflikt in der Elfenbeinküste betrifft. Während Nigeria schon vor Wochen militärische Truppen ins Land schicken wollte, um den unrechtmäßigen Präsidenten Gbagbo aus dem Amt zu vertreiben, stellt sich der Präsident Angolas, José Eduardo dos Santos, auf dessen Seite. Jacob Zuma, Staatsoberhaupt Südafrikas, betont wiederum die politische Neutralität bei der Lösungsfindung des Konfliktes um die Macht in der Elfenbeinküste.

Die Vermittlungsversuche der AU blieben bisher ohne konkretes Ergebnis. Für kommenden Donnerstag wurden sowohl Ouattara als auch Gbagbo nach Äthiopien eingeladen, um über eine Lösung des Konfliktes zu beraten und die Gewalt in der Elfenbeinküste zu beenden. Ouattara wird zu diesem Zweck das von 800 Blauhelmsoldaten bewachte Golf Hotel in der Hauptstadt Abidjan erstmals seit der Wahl im November verlassen. Mit dem Erscheinen Gbagbos wird dagegen gar nicht erst gerechnet.

Um den erneuten Ausbruch eines Bürgerkrieges in der Elfenbeinküste noch zu verhindern, muss laut Experten schnellstens eine Lösung gefunden werden. Auch die Vereinten Nationen befürchten inzwischen eine Eskalation der Gewalt in der Elfenbeinküste. Immer mehr Zivilisten greifen neuesten Meldungen zufolge zu den Waffen, der Kampf um die Macht wird zunehmend brutaler. Am Donnerstag waren in Abidjan mindestens sieben friedlich demonstrierende Frauen von Gbagbos Milizen erschossen worden.

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