Parlamentswahlen in Ägypten gehen in die zweite Runde

aegypten.gif Die Parlamentswahlen in Ägypten gehen in die zweite Runde. Am Mittwoch und Donnerstag sind die Wahllokale in neun Provinzen des Landes geöffnet. Auch dort wird erwartet, dass die islamistischen Parteien eine Mehrheit der Wählerstimmen erlangen werden. In der ersten von insgesamt drei Wahletappen konnten die liberalen und säkularen Kandidaten nur wenige Sitze ergattern.

Am Mittwoch beginnt die zweite Runde der Parlamentswahlen in Ägypten. In insgesamt drei Etappen soll bis Mitte Januar ein neues Parlament gewählt werden. In neun Provinzen des Landes sind bis Donnerstag die Wahllokale für rund 19 Millionen Wähler geöffnet. Darunter fallen unter anderem die Städte Assuan und Suez. Ein zweiter Wahlgang im Rahmen der zweiten Abstimmungsrunde findet in der kommenden Woche vom 21. bis 22. Dezember statt. Die dritte und letzte Runde der Parlamentswahlen, die neben anderen Regionen das Nildelta sowie die Sinaihalbinsel umfasst, wird erst zu Beginn des kommenden Jahres abgehalten werden. Ein Endergebnis des Wahlmarathons in Ägypten soll bis Mitte Januar vorliegen.

Wie bereits im ersten Wahlgang im November, bei der mit rund 62 % die höchste Wahlbeteiligung in der Geschichte des Landes erreicht wurde, wird auch bei der zweiten Etappe der Parlamentswahlen in Ägypten eine Mehrheit für die islamistischen Parteien erwartet. Zur Wahl stehen auch in der zweiten Wahlrunde sowohl Direktkandidaten als auch Kandidaten der Parteienlisten. Insgesamt sollen in diesen neun Provinzen 180 der 498 Mandate im Parlament gewählt werden. Davon werden ein Drittel Direktkandidaten sein und zwei Drittel von den Kandidatenlisten der Parteien gewählt werden.

Die islamistischen Parteien haben gute Chancen, ihr erstes Teilergebnis im Rahmen der zweiten Wahlrunde noch zu toppen, da es sich hier hauptsächlich um konservative Regionen außerhalb der Metropolen des Landes handelt. Mit rund 40 % der Wählerstimmen waren in der ersten Runde die Muslimbruderschaft mit ihrer „Partei für Freiheit und Gerechtigkeit“ die eindeutigen Sieger der Wahl. Wider Erwarten setzten sich die radikal islamistischen Salafisten mit ihrer „Nur-Partei“ als zweitstärkste Kraft durch. Abgeschlagen auf dem dritten Platz landeten die liberalen und säkularen Parteien mit ihrer „Ägyptischen Allianz“.

Das neue Parlament, das derzeit in Ägypten gewählt wird, wird mit der Aufgabe betraut werden, eine vorübergehende Verfassung zu erarbeiten. Der Diktator Hosni Mubarak, der das Land Jahrzehnte lang autokratisch regierte, war im Februar dieses Jahres nach Wochen langen Massenprotesten der Bevölkerung zurückgetreten.

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