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Neues Krebstherapiezentrum in Uganda eröffnet

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Freitag, 14. Oktober 2011

Das kleine ostafrikanische Land Uganda hat einer der höchsten infektionsbezogenen Krebserkrankungsraten weltweit. Ein am 4. Oktober in der Hauptstadt Kampala eröffnetes Krebstherapiezentrum soll nun die Behandlung und Untersuchung von auftretenden Krebsarten in Uganda deutlich verbessern. Die Erforschung von Zusammenhängen zwischen Infektionskrankheiten wie zum Beispiel HIV/AIDS und Krebserkrankungen soll zu den Hauptaufgaben des neuen Zentrums zählen.

Das Institut, das aus einer Zusammenarbeit zwischen dem in den USA ansässigen Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum und dem ugandischen Krebsinstitut hervorgegangen ist, soll zudem die Behandlung von häufig in Ostafrika auftretenden Krebsarten vorantreiben und medizinischem Personal ein spezialisiertes Training ermöglichen.

Besonders verbreitet sind in Uganda das Kaposi-Sarkom bei Erwachsenen sowie das Burkitt-Lymphom bei Kindern. Mangelnder Zugang zu Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten in einem frühen Stadium, führen häufig zu einem letalen Ausgang der Erkrankung und das obwohl eine Behandlung lediglich 720 bzw. 600 US-Dollar kosten würde. Nach der kompletten Fertigstellung 2013 sollen in dem neuen Therapiezentrum jährlich bis zu 20.000 Menschen behandelt werden können.

Zur Zeit liegt die Überlebensrate bei einer Krebserkrankung in Uganda bei mageren zehn Prozent. Jackson Orem, der Direktor des ugandischen Krebsinstituts führt diesen Fakt auf begrenzte Ressourcen und mangelnde Behandlungsmöglichkeiten für Patienten zurück. Bisher kommen auf einen Onkologen jährlich etwa 10.000 Krebspatienten jährlich. Das neue Krebstherapiezentrum soll die Lage fundamental verbessern und die Überlebensrate auf bis zu 90 Prozent erhöhen – das entspräche 6.000 geretteten Menschenleben pro Jahr.

Infektionsbezogene Krebserkrankungen, wie sie in Uganda häufig auftreten, treten verstärkt bei Patienten mit HIV/AIDS auf. Auch diese Krankheit ist in dem ostafrikanischen Land weit verbreitet und führt zu einer deutlichen Schwächung des Immunsystems, die eine Folgeerkrankung mit Krebs vereinfacht. Die in Uganda am häufigsten auftretenden Krebserkrankungen sind alle mit dem Hodgkin-Lymphom verwandt und haben in den vergangenen 15 Jahren jährlich um 30 Prozent zugenommen.

 




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