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Uganda: Ölvorkommen – Fluch oder Segen?

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Donnerstag, 25. August 2011

Die globale Verknappung der Ölreserven und die damit einhergehende Preissteigerung macht es für immer mehr afrikanische Länder rentabel, in das Geschäft mit dem „schwarzen Gold“ einzusteigen und auch kleinere Vorkommen auszubeuten. Das westafrikanische Ghana, das dieses Jahr mit der Exploitation mariner Öllagerstätten begonnen hat, und das zentralafrikanische Uganda, das ab 2012 mit der Förderung beginnen will, sind nur zwei Beispiele dieser Entwicklung.

Die hohen Gewinne aus dem Ölsektor fördern die Entwicklung der jeweiligen Ländern, helfen bei der Reduzierung der Armut und können zum Aufbau eines flächendeckenden sowie kostengünstigen Gesundheits- und Bildungssystems verwendet. Darüber hinaus können mit dem Geld neue Industriezweige zur langfristigen Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung aufgebaut werden und die finanzielle Abhängigkeit eines Landes durch Spar- und Sicherungsfonds verringert werden – kurzum: ein Segen.

Soweit zumindest die Theorie. Die Praxis sieht in vielen Ländern allerdings ganz anders aus. Die enormen Gewinne aus dem Ölgeschäft verschärfen und fördern Korruption, Vetternwirtschaft und Klientelismus. Das Geld versickert in dubiosen Kanälen und dient der Bereicherung einer kleinen Elite – ein Großteil der breiten Bevölkerung spürt keinerlei Verbesserung der Lebenssituation.

Manchmal kommt es sogar zu einer Verschlechterung, da internationale Großkonzerne bei der Ölförderung zum Teil massive Umweltschäden verursachen und damit die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstören. Bestes Beispiel: Die extremen Ölverschmutzungen im Nigerdelta durch Shell und andere Großkonzerne.

Damit der Ressourcenreichtum nicht zu einem Fluch wird, empfiehlt es sich für Länder wie Uganda oder Ghana aus den gemachten Erfahrungen anderer ölproduzierender Staaten zu lernen. Essentiell ist das verantwortungsvolle Handeln der Politiker. Ein Schlüsselprinzip, um dieses sicherzustellen ist Transparenz.

Die Vergabe der Förderlizenzen, die Höhe der Einnahmen und die Verwendung der Gelder muss transparent sein. Eine gut informierte Zivilgesellschaft und Legislative kann Korruption und Vetternwirtschaft vorbeugen. Darüber hinaus muss die Rahmengesetzgebung, vor allem bezüglich der Umweltstandards, auf die neuen Begebenheiten angepasst werden.

Darüber wie solche Maßnahmen konkret umgesetzt werden könnten, hat sich das in Washington ansässige Center for Global Development in dem Strategiepapier „Oil for Uganda or Ugandans?“ Gedanken gemacht. Wenn die ugandische Regierung die Vorschläge beherzigt und aus den Erfahrungen anderer Länder lernt, könnte das Geschäft mit dem schwarzen Gold allen Ugandern zugutekommen.

 




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