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Alternativer Nobelpreis für Menschenrechtsaktivistin aus dem Tschad

Geschrieben von Eva Kauke   
Freitag, 30. September 2011

Die Anwältin und Menschenrechtlerin Jacqueline Moudeina aus dem Tschad ist eine der drei Preisträger des Alternativen Nobelpreises 2011. Zusammen mit einer Hebamme aus den USA und der Landwirtschaftsorganisation Grain teilt sich die 54-jährige die mit 150.000 Euro dotierte Auszeichnung. Der Alternative Nobelpreis wird jedes Jahr von der Right-Livelihood-Stiftung vergeben. Ausgezeichnet werden Menschen, die sich auf besondere Weise in den Bereichen Umwelt, Menschenrechte, Frieden, Kultur, Bildung und Ressourcenschutz engagieren. Die Preisverleihung fand am Donnerstag in Stockholm statt. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Alternativen Nobelpreises, dass eine Aktivistin aus dem Tschad zu den Preisträgerinnen gehört.

Jacqueline Moudeina erhielt den Preis für ihren selbstlosen Einsatz für die Opfer des ehemaligen Präsidenten Hissène Habré. Als Anwältin der Opfer des diktatorischen Regimes kämpft Moudeina seit über zwanzig Jahren für Gerechtigkeit. Habré regierte das Land von 1982 bis 1990. Seither lebt er im Senegal im Exil. Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen im Tschad begangen. An den nichtmuslimischen ethnischen Gruppen des Tschad wurden grausame Verbrechen verübt. Eine unabhängige Untersuchungskommission kam zu dem Schluss, dass Habré während seiner Amtszeit für mindestens 40.000 politisch motivierte Morde verantwortlich ist. Doch die senegalesischen Behörden weigern sich auch nach über zwanzig Jahren, den Ex-Diktator vor ein Gericht zu stellen. Sämtliche Verhandlungen, unter anderem mit der Afrikanischen Union, blieben ohne Ergebnis.

Durch die Auszeichnung der Anwältin der Opfer Habrés mit dem Alternativen Nobelpreis könnte der Fall des Ex-Diktators wieder in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit geraten, so die Hoffnung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Moudeïna hat im Kampf um Gerechtigkeit für die Opfer des Habré-Regimes in den vergangenen Jahren mehr als einmal ihr Leben riskiert. Ihr Engagement für die Entwicklung eines Bewusstseins für Menschenrechte in Afrika und ihr Einsatz, diese verstärkt zu schützen, sah die Jury des Alternativen Nobelpreises als wertvollen Beitrag für die Menschenrechte in Afrika.

 




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