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Deby bleibt Präsident im Tschad

Geschrieben von Eva Kauke   
Dienstag, 10. Mai 2011

Das erste vorläufige Endergebnis der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Tschad wurde nun offiziell bekanntgegeben. Demnach erhielt der seit 21 Jahren regierende Idriss Deby knapp 90 % der Wählerstimmen. Er wird damit seine vierte Amtszeit in Folge antreten. Rund 4,8 Millionen Menschen waren am 25. April dazu aufgerufen, an der Wahl um das Amt des Staatsoberhauptes teilzunehmen. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission bei 64 %.

Im Vorfeld der Wahl hatten die Kandidaten der Opposition zu deren Boykott aufgerufen. Drei der wichtigsten Gegenkandidaten zogen ihre Kandidatur zurück. Sie warfen dem Präsidenten Deby und seiner Regierungspartei „Patriotische Heilsbewegung“ (MPS) Manipulation bei den Wahlen des Parlaments im vergangenen Februar vor. Die Opposition hatte noch vor dem Urnengang der Präsidentschaftswahl angekündigt, das Ergebnis nicht anzuerkennen. Der Sieg Debys wurde bereits im Vorfeld mit großer Wahrscheinlichkeit erwartet.

Idriss Deby kam im Jahr 1990 im Rahmen eines Militärputsches an die Macht in dem zentralafrikanischen Staat. Nachdem er zweimal im Amt bestätigt worden war, änderte er die Verfassung, um ein weiteres Mal für das Präsidentenamt kandidieren zu können. Dieses Jahr beginnt er nun seine vierte Amtszeit. Obwohl der Tschad über große Ölvorkommen verfügt und seit 2003 die Förderung der begehrten Ressource stark ausgebaut hat, ist das Land bis heute eines der ärmsten der Welt.

Seit Debys letztem „Wahlsieg“ im Mai 2003, bei einer Präsidentschaftswahl die nachweislich manipuliert gewesen war, konnte der Machthaber mehrere Putschversuche erfolgreich abwehren. Zwischen 2006 und 2008 versuchten Anhänger der Rebellenbewegung „Front für den Wandel“ (FUC) mehrfach, das Regime Debys zu stürzen. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Abwehr der Putschversuche im Tschad hatten Lieferungen von Kriegszubehör aus Libyen.

Debys Chance, sich dafür bei dem selbsternannten libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi zu revanchieren, hatte er im Frühjahr dieses Jahres, als er zu Beginn des Aufstandes in Libyen Soldaten aus seiner Armee zur Unterstützung von Gaddafis Kämpfern schickte.

 




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