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Das Wunder von Tansania?

Geschrieben von Eva Kauke   
Dienstag, 29. März 2011

Die Wege in das kleine Städtchen Loliondo in Tansania sind schon seit Tagen komplett blockiert. Die Autoschlage, die in das abgelegene Dorf Samunge nahe Loliondo im Ngorongoro Distrikt führt, ist mittlerweile 26 km lang. Tausende Menschen warten Tage lang, um am Wunder von Tansania teilzuhaben und eine Tasse der magischen Medizin des Tansaniers Ambilikile Mwasapile zu ergattern. Längst kommen die Menschen auch aus dem Ausland, um sich in Samunge heilen zu lassen.

Herr Mwasapile ist 76 Jahre alt und ehemaliger Pfarrer der evangelischen Kirche in Tansania. Mit seiner Medizin behauptet er jede Krankheit heilen zu können, sogar Aids. Wichtig für ihn ist es allerdings, seinen Patienten zu vermitteln, dass die Kraft der Medizin direkt von Gott kommt. Ein Herbalist oder traditioneller Heiler ist Herr Mwasapile nämlich nicht. Und tatsächlich ist das Rezept für die Wundermedizin denkbar simpel. Neben Wasser wird die Hauptingredienz für den Sud aus dem Pfeilspitzbaum gewonnen, dessen Gift in Afrika schon vor hunderten von Jahren für die Jagd verwendet wurde. Eine Tasse des Gebräus kostet 500 Tansanische Schillinge, das sind umgerechnet etwa 30 Eurocent. Ein Betrag, der auch von den ärmsten der Armen in Tansania aufgebracht werden kann.


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Wissenschaftlich lässt sich die Wirkung der pflanzlichen Medizin von Herrn Mwasapile bisher nicht nachweisen. Die Gesundheitsministerium lies den Sud testen und stufte ihn als für den Konsum unbedenklich ein. Ein Risiko ist der Sud also nicht, doch hat er tatsächlich magische Heilkräfte? Die Menschenmassen, die nun schon seit mehreren Wochen in das Dörfchen Samunge pilgern, sprechen für sich. Immer wieder wird von Menschen berichtet, deren Gesundheitszustand sich nach dem Trinken des Sudes dramatisch verbessert hat. Vor allem Menschen mit chronischen oder tödlich verlaufenden Krankheiten sehen in der Medizin des Herrn Mwasapile neue Hoffnung.

Und die Behörden in Tansania unterstützen den ehemaligen Pastor bei seiner Arbeit. Obwohl traditionelle Heiler dort seit 2009 per Gesetz nicht mehr praktizieren dürfen, wird Herr Mwasapile auch in Zukunft seinen Trank ausschenken wird dürfen. Das bestätigte der Premierminister Tansanias, Mizengo Pinda, gegenüber der Nachrichtenagentur BBC.

Die Wundermedizin, die ganz Tansania in Aufruhr versetzt hat, wird derzeit erneut vom Gesundheitsministerium auf seine Wirkstoffe hin überprüft. Und auch wenn das Ergebnis der wissenschaftlichen Experten keine medizinische Sensation ans Licht bringen sollte, die Menschen werden sicher noch lange Zeit in das Dorf von Herrn Mwasapile pilgern und auf ihr ganz persönliches Wunder hoffen.

 

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