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Konferenz zur Zukunft der Medienlandschaft Afrikas

Geschrieben von Eva Kauke   
Donnerstag, 30. September 2010

In den vergangenen vier Tagen trafen sich 70 afrikanische Medienchefs zur „Africa Media Leadership Conference 2010“ in Dar es Salaam, Tansania. Die jährliche Zusammenkunft afrikanischer Medienmacher wurde im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Organisator ist neben dem Sol Plaatje Institute for Media Leadership der Rhodes University in Südafrika auch das Medienprogramm Sub-Sahara der deutschen Konrad Adenauer Stiftung. Ziel der Konferenz ist es, die Neuerungen, Entwicklungen und auch die Probleme der Medienlandschaften Afrikas zu diskutieren und zukünftige Strategien festzulegen.

Der Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz lag auf der Suche nach nachhaltigen Wirtschaftsmodellen für den Medienbereich im digitalen Zeitalter. Dass die digitalen Medien auch auf dem afrikanischen Kontinent auf dem Vormarsch sind, zeigte nicht zuletzt die Zusammensetzung der Konferenzteilnehmer. Rund ein Drittel der Anwesenden kamen aus dem digitalen Sektor, ein Trend, der im vergangenen Jahr in diesem Ausmaß noch nicht abzusehen war.

Die afrikanischen Medienmacher wollen die neuen Medien in Zukunft verstärkt nutzen, soweit der Konsens. Nur wie das im afrikanischen Kontext spezifisch aussehen soll, darüber gab es einige Kontroversen. Ein zentraler Streitpunkt war die Frage, ob die digitalen Plattformen selbst oder deren Inhalte im Vordergrund der künftigen Wirtschaftsmodelle stehen sollten.

Des Weiteren machten die Vorträge sowie die Diskussionen in den einzelnen Workshops deutlich, wie unterschiedlich die Realitäten und die damit verbundenen Schwerpunkte in den Medienlandschaften der einzelnen afrikanischen Länder sind. Während das Hauptanliegen der Medienmacher in Südafrika die Zukunft konkreter digitaler Plattformen darstellt, betonen die Teilnehmer von Staaten wie Sambia, Äthiopien oder Simbabwe die Schwierigkeit, in ihren Ländern private Radiosender zu betreiben.

Einigkeit unter den Teilnehmern der Konferenz herrschte wiederum darin, dass die afrikanischen Medien generell in Zukunft verstärkt selbst für die Nachrichten und Informationen über ihren Kontinent verantwortlich sein wollen. Das soll – auch mit Hilfe der neuen Möglichkeiten durch die digitalen Medien – nicht mehr, wie bisher hauptsächlich der Fall, den westlichen Nachrichtenagenturen überlassen werden. Nachrichten aus Afrika sollen nicht mehr nur von außenstehenden Beobachtern dokumentiert und verbreitet werden, sondern von Mitgliedern der eigenen Gesellschaft.

 

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