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Südafrika: 150.000 Minenarbeiter streiken

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Dienstag, 26. Juli 2011

Bereits seit gestern streiken über 150.000 Arbeiter der Kohleminen in Südafrika mit dem Ziel, Lohnforderungen in Höhe von 14 Prozent durchzusetzen. Heute haben sich auch die Arbeiter der Goldminen dazu entschlossen, sich dem Protest anzuschließen und ab Donnerstag ihre Arbeit niederzulegen. Organisiert werden die Streiks von der einflussreichen nationalen Gewerkschaft der Minenarbeiter (NUM), die weiter in Verhandlungen mit den Arbeitgebern steht.

Die Zeit in der Mitte des Jahres, in welcher Lohnverhandlungen anstehen wird in Südafrika auch als „Streiksaison“ bezeichnet, da es regelmäßig zu Arbeitsniederlegungen kommt, um die Lohnforderungen durchzusetzen. Bei einer durchschnittlichen Inflation von fünf Prozent betrugen die Abschlüsse in den letzten Jahren jeweils um die acht Prozent. Das Angebot der Arbeitgeber im Goldsektor, darunter AngloGold Ashanti, Gold Fields und Harmony, beläuft sich auf sieben bis neun Prozent.

Die Kohlearbeiter, die sich seit Montag im Streik befinden, setzen den wichtigsten südafrikanischen Energieversorger Eskom deutlich unter Druck. Die Lager sind zwar gut gefüllt, sollte der Ausstand jedoch länger andauern, könnte es Schätzungen zufolge nach 30 Tagen zu ersten Engpässen in der Energieversorgung führen. Der unabhängige Analyst Xavier Prevost geht außerdem davon aus, dass bereits nach 15 Tagen die für den Export bestimmten Vorräte zur Neige gehen und danach ein erheblicher Schaden für die Volkswirtschaft entstehen wird.  Verschärft wird die Situation, da auch Angestellte des Treibstoffsektors seit über drei Wochen streiken.

Wirtschaftsanalysten warnen derweil vor Lohnabschlüssen, die deutlich über dem Inflationsniveau liegen, da diese durch Steigerung der Produktionskosten die Wettbewerbsfähigkeit auf lange Sicht schwächen könnten. Arbeitskraft sei in Südafrika bereits teurer als in anderen Schwellenländern und zugleich weniger effizient. Der regierende African National Congress (ANC) hingegen steht auf Seite der Gewerkschaften und möchte sich durch einen guten Abschluss Wählerstimmen sichern.

 




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