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Angst um Nelson Mandela

Geschrieben von Eva Kauke   
Donnerstag, 27. Januar 2011

Seit gestern, Mittwoch den 26. Januar, befindet sich der wohl berühmteste Südafrikaner Nelson Mandela in einer Klinik in Johannesburg. Angaben der Nelson-Mandela-Stiftung zufolge gibt es keinen Grund zur Sorge um den 92-jährigen Ex-Präsidenten. Mandela müsse sich lediglich einigen Routineuntersuchungen unterziehen, eine Gefahr bestehe nicht. Auch der Sprecher der Regierungspartei African National Congress (ANC), Jackson Mthembu, versuchte seine Landsleute zu beschwichtigen. Es sei nicht ungewöhnlich, dass ein Mann in Mandelas Alter mit gewissen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen habe. Dies sei noch kein Anlass, vom Schlimmsten auszugehen.

Diverse Meldungen der vergangenen Stunden lassen allerdings anderes vermuten. Die Frankfurter Rundschau berichtete, dass Mandelas Ex-Ehefrau Winnie das Krankenhaus in Milpark in Tränen aufgelöst verlassen hat. Eine Enkelin Mandelas drückte auf dem Internetportal Facebook ihre Erschütterung über den schlechten Zustand ihres Großvaters aus. Aber nicht nur die Familie des 92-jährigen schien es eilig zu haben, das Krankenhaus aufzusuchen. Auch die zahlreichen Minister und andere prominente Personen, die sich seit Mandelas Einlieferung in der Klinik einfinden, lassen vermuten, dass es um das Idol Südafrikas schlechter steht als die offiziellen Stellen einräumen wollen.

Vor der Privatklinik im Johannesburger Stadtteil Milpark haben sich seit gestern unzählige Journalisten aus aller Welt versammelt, um näheres über den Gesundheitszustand Nelson Mandelas zu erfahren. Nach außen gedrungen ist bisher nicht viel. Die südafrikanische Zeitung "The Star" berichtete, dass Mandela in Behandlung eines Lungenarztes gewesen sein soll. Diese Meldung wurde bisher allerdings weder bestätigt noch dementiert.

Der ANC rief die Journalisten dazu auf, die Privatsphäre Mandelas und seiner Familie nicht zu stören und sich mit Spekulationen zurückzuhalten. Die Medienerstatter sind ihrerseits ungehalten über die Tatsache, dass Informationen über den Zustand des Ex-Präsidenten zurückgehalten werden. Mandela sei eine öffentliche Figur und die Welt habe ein Recht darauf zu erfahren, wie es um ihn steht, so die Argumentation der Journalisten.

Nelson Mandela ist die Symbolfigur Südafrikas für den Kampf gegen die systematische Unterdrückung der Südafrikaner durch die weiße Minderheit. Nach 27 Jahren in Gefangenschaft wurde Mandela 1994 zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten seines Landes. Ein Jahr zuvor erhielt er den Friedensnobelpreis. Bis heute wird er nicht nur in Südafrika für seinen selbstlosen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit verehrt.

 




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