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Siamesische Zwillinge aus dem Sudan erfolgreich getrennt

Geschrieben von Eva Kauke   
Sonntag, 18. September 2011

Rital und Ritag Gaboura wurden vor einem knappen Jahr in Sudans Hauptstadt Khartum geboren. Die beiden waren am Kopf zusammengewachsen. Dieses Phänomen ist weltweit äußerst selten und die Überlebenschancen von siamesischen Zwillingen generell sehr gering. Rund 40 Prozent sind Totgeburten oder sterben während der Geburt, ein Drittel der Babys, die von diesem Phänomen betroffen sind, sterben innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt. Nur rund fünf Prozent der Babys sind überhaupt lebensfähig. Zu diesen wenigen gehörten auch die beiden kleinen Mädchen, die im September 2010 im Sudan geboren wurden.

Die Eltern der Mädchen sind beide Ärzte in Khartum. Nach der Geburt ihrer Zwillinge setzten sie alle Hebel in Gang, um ihren Kinder eine medizinische Behandlung zukommen zu lassen, für die es im Sudan keinerlei Möglichkeiten gibt. Sie wendeten sich an die britische Wohltätigkeitsorganisation „Facing the World“, um eine Trennung der Zwillinge zu finanzieren und zu organisieren. Und sie hatten Glück. Die gesamte Familie flog nach London, wo die beiden Mädchen im berühmten Great Ormond Street Hospital operiert wurden.

Vier Operationen waren notwendig, um die eigentliche Trennung möglich zu machen. Vor gut einem Monat, am 15. August, fand die letzte Operation statt. Die seltene medizinische Maßnahme galt als äußerst riskant. Beide Mädchen waren an einen gemeinsamen Blutkreislauf gebunden, was den Eingriff noch gefährlicher machte. Die Gefahr, dass bei einem der Babys bleibende neurologische Schäden zurückbleiben würden, waren extrem groß. Umso größer ist nun die Freude und die Erleichterung der Eltern der Mädchen über deren Zustand. Den Kindern geht es gut, sie sind stabil.

Ob der riskante Eingriff jedoch dauerhaft ohne Folgen bleiben wird, wird sich unter Umständen erst in den nächsten Jahren zeigen, da die Mädchen noch extrem jung sind. Der leitende Arzt, David Dunaway, der wie alle anderen Beteiligten unentgeltliche Arbeit leistete, zeigte sich optimistisch. Auch die Eltern der getrennten Zwillinge waren überglücklich, dass ihren Kindern dieser Eingriff ermöglicht werden konnte.

 




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