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Bootsunglück auf dem Roten Meer

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Mittwoch, 6. Juli 2011

Bei einem Bootsunglück auf dem Roten Meer sind fast 200 afrikanische Flüchtlinge ertrunken. Die Menschen befanden sich auf dem Weg von einem Hafen im Sudan nach Saudi-Arabien, als auf dem Schiff Feuer ausbrach und es in Seenot geriet, wie die regierungsnahe Nachrichtenagentur Sudanese Media Centre (SMC) berichtet.

Nur drei der insgesamt 200 Menschen an Bord konnten nach bisherigen Berichten gerettet werden. Es ist noch unklar, von welchem sudanesischen Hafen das Boot gestartet ist und warum es auf offener See zu dem Brand auf dem Schiff kam. Bei den 197 Opfern handelt es sich um Flüchtlinge, die vermutlich von einer jemenitischen Schleuserbande nach Saudi-Arabien geschmuggelt werden sollten.

Der SMC berichtet, dass die Flüchtlinge hauptsächlich aus den sudanesischen Nachbarländern Somalia, Eritrea, dem Tschad und Nigeria – kein direktes Nachbarland des Sudan – stammten. Der Seeweg über das Rote Meer nach Saudi-Arabien und in den Jemen ist eine beliebte aber auch sehr gefährliche Flüchtlingsroute.

Besonders Menschen aus Somalia versuchen auf diesem Weg, dem Elend in ihrem Land zu entkommen. Jahrzehnte des Bürgerkriegs haben fast alle staatlichen Strukturen dort zerstört und treiben viele Somalier dazu, aus Verzweiflung ihre Heimat zu verlassen und für viel Geld ihr Leben in die Hände von Schmugglerbanden zu legen, um auf der arabischen Halbinsel ein neues Leben beginnen zu können. Die meisten von Ihnen landen – wenn die Überfahrt gelingt – jedoch nicht in Saudi-Arabien, sondern im ebenfalls politisch instabilen Jemen, wo es kaum Arbeit und nur selten eine Zukunft für die illegalen Flüchtlinge gibt.

Die sudanesische Nachrichtenagentur teilte mit, dass kurz nach dem katastrophalen Schiffsunglück in der Provinz der wichtigsten Hafenstadt des Landes, Port Sudan, vier Jemeniten festgenommen wurden, denen das Unglücksboot gehört haben soll. Darüber hinaus sei es den lokalen Behörden gelungen, einen weiteren Schmuggelversuch von 247 Menschen zu verhindern.

 




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