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Somalische Rebellen rüsten in Kismayu auf

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Freitag, 4. November 2011

Die radikal-islamistischen al-Shabaab Milizen rüsten in einigen strategisch wichtigen Orten Südsomalias gegen den Angriff der kenianischen Armee auf. In der Hafenstadt  Kismayu, die als wichtiger Rückzugsort für die die Rebellen gilt, bringen die Milizen Waffen auf den Häuserdächern in Stellung und zwingen Zivilisten sich zu bewaffnen. Zeitgleich warnte ein Sprecher der al-Shabaab davor, dass die „kenianische Invasion verheerende Konsequenzen“ nach sich ziehen werde.

Kenia hat vor knapp drei Wochen erstmals Soldaten in den Süden Somalias geschickt, um dort gegen die al-Shabaab Milizen vorzugehen. Der militärische Einsatz Kenias, der von der somalischen Regierung geduldet wird, ist eine Reaktion auf die wiederholten Entführungen und Anschläge in Kenia, für die die Milizen verantwortlich sind.

Das kenianische Militär rief die somalische Bevölkerung dazu auf, sich von militärischen Basen der islamistischen Rebellen in zehn verschiedenen Städten fernzuhalten, um zivilen Opfern vorzubeugen. Kenia kündigte an, dass Angriffe unmittelbar bevorstehen, der Vormarsch auf Stellungen wird aufgrund starker Regenfälle und schlammiger Straßen jedoch stark verlangsamt.

Informationen der kenianischen Regierung zufolge sollen die al-Shabaab Milizen, die in Verbindung mit al-Qaeda stehen sollen, am vergangenen Dienstag mit weiteren Waffen beliefert worden seien. In der Stadt Baidoa soll ein entsprechendes Flugzeug mit einer Lieferung aus Eritrea gelandet sein. Kenia will alle weiteren Landungen dieser Art unterbinden und warnte Piloten davor, in Baidoa zu landen, da dies als Bedrohung angesehen werde.

Die al-Shabaab Kämpfer sprechen derweil von einer verdeckten Invasion Somalias durch den starken Nachbarn Kenia und verurteilen die ihrer Ansicht nach damit einhergehende kaltblütige Tötung von Zivilisten. Die Bevölkerung in den von al-Shabaab besetzten Städten fürchten tatsächlich um ihr Leben, jedoch eher aufgrund des Verhaltens der Milizen.

Amina Mahmoud, die in Kismayu lebt, berichtet, dass viele Anwohner aus der Stadt fliehen wollten. Die Rebellen zwingen die Menschen allerdings zu bleiben und bewaffnen sie, damit sie gegen die „Invasoren“ kämpfen.

Aus anderen Städten berichten die Menschen, dass die Milizen ihre Unterkünfte verlassen haben und sich in Kleingruppen unter die Bevölkerung mischen, um diese als lebendes Schutzschild zu verwenden. Aufgrund der Waffen, die auch auf den Dächern von Wohnhäusern installiert wurden, befürchten die Zivilisten auch, dass kenianische Luftangriffe großen Schaden anrichten könnten.

 




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