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Südsomalia: Zivilisten sterben bei Luftangriff

Geschrieben von Eva Kauke   
Montag, 31. Oktober 2011

Mindestens fünf Zivilisten wurden am Sonntag bei einem Bombenangriff in der Stadt Jilib im Süden Somalias getötet. Drei der Opfer sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Kinder gewesen, daneben starben eine Frau und ein Mann. Knapp 50 Menschen sind außerdem teilweise schwer verletzt worden, als die Bomben in unmittelbarer Nähe zu einem Flüchtlingslager einschlugen. Auch unter den Verletzten sollen viele Kinder sein.

Wie Augenzeugen den Journalisten vor Ort berichteten, seien die Bomben von einem kenianischen Flugzeug abgeworfen worden. Es soll mehrere Einschläge gegeben haben. Kenia ist Mitte Oktober in das Nachbarland Somalia einmarschiert, um mit militärischen Maßnahmen gegen die radikalislamistische Miliz Al-Shabaab vorzugehen, die einen Großteil des Südens von Somalia kontrolliert. Neben der Entsendung von Bodentruppen wurden seither auch zahlreiche Angriffe aus der Luft durchgeführt.

Die kenianische Armee dementierte die Berichte, dass am Sonntag ein Flüchtlingscamp von Bomben des kenianischen Militärs getroffen worden sei. Es habe zwar Luftangriffe auf die Stadt Jilib gegeben, dabei wurde jedoch ausschließlich eine Basis der Al-Shabaab getroffen, die sich in der Nähe des Camps befindet. Dabei seien zehn Kämpfer der Miliz getötet worden.

Ein Sprecher der kenianischen Armee gab in einem Interview mit der Nachrichtenagentur BBC an, dass ein Anschlag der Al-Shabaab für den Tod der Zivilisten verantwortlich sei. Angeblich hat ein Attentäter einen mit Sprengstoff beladenen LKW in das Camp gefahren, was zu der Explosion geführt hat. Diese Ansicht der Ereignisse stimmt jedoch nicht mit den Berichten der Augenzeugen überein, die in westlichen Medien zitiert werden und auch nicht mit dem offiziellen Bericht von Ärzte ohne Grenzen, dem nach es sich um einen Luftangriff gehandelt hat.

Wer tatsächlich für den Tod der drei Kinder und zwei Erwachsenen am Sonntag in Jilib verantwortlich zu machen ist, ist weiterhin unklar. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen appellierte an beide Parteien des Konfliktes, die Rechte der Zivilbevölkerung zu respektieren.

 




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