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Schwere Kämpfe in Mogadischu

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Mittwoch, 25. August 2010

Seit Montag versetzt die Al Schabaab-Miliz die Hauptstadt Somalias, Mogadischu, in Angst und Schrecken. Die Offensive der radikalen Islamisten hat seit Anfang der Woche bereits über 70 Todesopfer und eine Vielzahl Verletzter gefordert. Allein mindestens 32 Menschen starben bei einem Angriff der Milizionäre auf ein Hotel in der Nähe des Präsidentenpalastes.

Das Hotel Muna wurde am Dienstag von mindestens zwei Männern angegriffen, die sich als staatliche Soldaten verkleidet hatten. Sie eröffneten sofort das Feuer auf das Wachpersonal und die anwesenden Gäste. Einer der Angreifer sprengte sich anschließend mit einer Handgranate in die Luft. Auch ein 11-jähriges Mädchen und dessen Mutter, die vor dem Hotel Tee verkauften, wurden getötet.

Die Al Schabaab-Miliz bekannte sich zu dem Anschlag, der sich in eine größer angelegte Offensive auf die Hauptstadt Mogadischu einbettet. Das Hotel Muna ist sehr beliebt bei Regierungsmitgliedern und nach letzten Informationen wurden mindestens sechs Parlamentsabgeordnete und fünf weitere offizielle Mitglieder der Regierung getötet.

Der Sprecher der Al Schabaab-Miliz, Sheikh Ali Mohamud „Dhere“ Rage, hat am Montag die letzte Phase des Kampfes gegen die „Invasoren“ ausgerufen. Damit gemeint sind die Truppen der Afrikanischen Union (AU), die zur Unterstützung der schwachen Regierung in Somalia sind. Sheikh Ali kündigte einen „massiven Krieg“ an und die Al Schabaab zögerte nicht lange, diesen auf die Straßen der Hauptstadt zu tragen.

Vor einem Monat hatte die AU angekündigt, das Kontingent der an der Friedensmission beteiligten Soldaten von 4.000 auf 6.000 aufzustocken, um den Einfluss der radikalen Islamisten zu reduzieren. Beobachter fürchten, dass die Milizionäre die gesamte Region weiter destabilisieren können. Die Al Schabaab-Miliz hat sich auch zu dem tödlichen Doppelanschlag bekannt, der während dem Finale der Fußballweltmeisterschaft in Ugandas Hauptstadt Kampala verübt wurde und 74 Menschen das Leben kostete.

Al Schabaab kontrolliert bereits nahezu den kompletten Süden Somalias und terrorisiert dort die Bevölkerung. Die Milizen haben ein radikales islamisches Rechtssystem eingeführt und alle christlichen Hilfsorganisationen verboten. Auch den Mitarbeitern des Welternährungsprogramms wird der Zugang in die Region verwehrt. Dabei gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass etwa zwei Millionen Somalier auf die Unterstützung mit Lebensmitteln angewiesen wären.

 




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