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São Tomé und Príncipe: Präsidenschaftswahlen

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Montag, 8. August 2011

Manuel Pinto da Costa hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in São Tomé und Príncipe für sich entschieden. Wie die Wahlkommission am Montag bestätigte, setzte sich der 75-jährige Pinto da Costa im zweiten Wahlgang mit 52,88 Prozent gegen seinen Herausforderer Evaristo Carvalho durch.

Der kleine Inselstaat im Golf von Guinea vor der Westküste Afrikas wurde bereits von 1975 bis 1991 von dem jetzigen Wahlsieger regiert. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit von Portugal 1975 führte der sozialistisch ausgerichtete Wirtschaftswissenschaftler da Costa ein Ein-Parteien-System ein und war für 15 Jahre Präsident des kleinen Landes. 1991 wurde ein Mehr-Parteien-System eingeführt und die Macht des Präsidenten deutlich beschränkt, während die Befugnisse des Premierministers ausgeweitet wurden.

Herausforderer Evaristo Carvalho, derzeitiger Parlamentssprecher der Inselrepublik, erlangte in der Stichwahl 47 Prozent der Stimmen und unterlag damit nur knapp dem vormaligen Präsidenten.

Eduardo Lobao von der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa erklärt den Ausgang der Wahl damit, dass ein Großteil der etwa 165.000 Einwohner von São Tomé und Príncipe ist noch sehr jung sei und daher keine Erinnerungen an die frühere Ein-Parteien-Herrschaft von da Costa habe. Sie erwarten von dem neuen Präsidenten, dass er die drängendsten Probleme des Landes angeht.

Manuel Pinto da Costa hat während seiner Wahlkampagne die Themen Korruption und politische Stabilität in den Vordergrund gestellt. Er versprach, die ausufernde Bestechlichkeit unter Kontrolle zu bringen und betonte die Notwendigkeit einer stabilen Regierung für wirtschaftliche Entwicklung.

Eines der wichtigsten Exportgüter von São Tomé und Príncipe ist der Kakao. Darüber hinaus verfügt die kleine Inselrepublik über einige Ölvorkommen, deren Ausbeutung innerhalb der nächsten Jahre begonnen werden soll. Aber auch der Tourismus könnte bei entsprechender Förderung eine immer wichtigere Rolle für die Wirtschaft des Landes spielen. Einsame, palmengesäumte, weiße Sandstrände locken Urlauber und Ruhesuchende aus aller Welt.

 




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