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Neue Studie: Zahl der Malaria-Opfer stark unterschätzt

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Freitag, 3. Februar 2012

Die renommierte medizinische Fachzeitschrift The Lancet hat eine Studie veröffentlicht, derzufolge die jährliche Zahl der weltweiten Malaria-Opfer deutlich höher liegt, als bisher angenommen. Das britische Fachjournal geht davon aus, dass 2010 insgesamt 1,24 Millionen Menschen an der von Moskitos übertragenen Krankheit gestorben sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), deren Zahlen für viele Organisationen in dem Bereich als Grundlage dienen, hat für den selben Zeitraum 655.000 Todesopfer gezählt.

Gemeinsam haben die Ergebnisse der Studie und die Zahlen der WHO allerdings, dass beide darauf hindeuten, dass die absolute Zahl der Menschen, die an Malaria sterben, rückläufig ist. Die neue Studie ist von der Bill and Melinda Gates Foundation in Auftrag gegeben worden und benutzte neue Daten und ein innovatives Computermodell, um eine möglichst umfassende Datenbank über Malaria zwischen 1980 bis 2010 zu erstellen.

Die Ergebnisse der Studie lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: 1980 starben noch knapp unter einer Million Menschen weltweit an Malaria, während die Zahlen bis zum Jahr 2004 konstant auf ein Hoch von 1,82 Millionen anstiegen, bevor sie bis 2010 wieder auf 1,24 Millionen gefallen sind. Der Anstieg bis zum Jahr 2004 wird mit dem starken Wachstum der Bevölkerungsgruppen, die einem erhöhten Infektionsrisiko unterliegen, begründet.

Seitdem ist die Todesrate bis 2010 um etwa ein Drittel gesunken, was von den Autoren der Studie damit erklärt wird, dass die internationalen Bemühungen zur Bekämpfung der Krankheit deutlich intensiviert worden sind. Die meisten Todesfälle finden sich aber immer noch in der Gruppe der unter fünf Jahre alten Kleinkinder. Das Fachjournal The Lancet fand allerdings heraus, dass die größten Differenzen zu vorangegangenen Studien bei der Gruppe der älteren Jugendlichen und Erwachsenen zu finden sind.

Dr. Christopher Murray von der Universität von Washington in Seattle, der die Studie geleitet hat, zeigte sich von dem Ergebnis deutlich überrascht. Bisher sei man davon ausgegangen, dass Menschen in Hochrisikogebieten, die als Kinder der Malaria ausgesetzt sind, mit der Zeit eine Immunität entwickeln würden und nur selten als Erwachsene an der Krankheit sterben. Die Auswertung von Krankenhausakten, Todesakten, Umfragen und anderen Quellen habe jedoch ergeben, dass diese Annahme schlicht nicht zutrifft, so Dr. Murray.

 




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