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Chinesische Manager schießen auf Minenarbeiter

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Freitag, 22. Oktober 2010

Sambias Präsident Rupiah Banda hat die Bevölkerung seines Landes zu Besonnenheit und Ruhe aufgerufen, nachdem vergangene Woche bei einer Demonstration elf Minenarbeiter in einem von Chinesen betriebenen Bergwerk von zwei Managern angeschossen und zum Teil schwer verletzt wurden. Der Vorfall ereignete sich letzten Freitag in der Kohlemine Collum, die etwa 325 Kilometer südlich der Hauptstadt Lusaka gelegen ist.

Dort kam es zu Protesten der sambischen Arbeiter gegen die miserablen Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung. Zwei chinesische Manager des Bergwerks, Xiao Li Shan (48) und Wu Jiu Hua (46) beantworteten die Forderungen, indem sie mit Schrotflinten auf ihre Angestellten feuerten. Hierbei wurden neun Bergleute leicht und zwei schwer verletzt. Die Kumpel werden zur Zeit in einem Krankenhaus in Lusaka behandelt.

Die beiden Manager wurden von der sambischen Polizei verhaftet und müssen sich nun wegen versuchten Mordes verantworten. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Ma Zhaoxu, sprach von einem Missverständnis und beteuerte, dass der Vorfall gemäß den sambischen Gesetzen gehandhabt und von den lokalen Behörden untersucht werden soll. Er versicherte außerdem, dass die Beziehungen zwischen den beiden Ländern durch den Vorfall keinen Schaden nehmen werden.

Der Vorfall hatte im ganzen Land zu Protesten gegen die chinesische Minderheit geführt. Chinesische Unternehmen haben über die letzten Jahre einen großen Einfluss auf den sambischen Bergbausektor erlangt. Viele Kohle- und Kupferminen sind in chinesischer Hand und nach Angaben der sambischen Regierung sind bereits mehr als drei Milliarden US-Dollar von den Chinesen in das Land investiert worden. Rupiah Banda erklärte, dass die Investitionen für die Entwicklung des Landes sehr wichtig sind und man nicht wegen des Handelns Einzelner Aggressionen gegen ganze Volksgruppen schüren sollte.

Oppositionspolitiker hingegen werfen den Chinesen vor, das rohstoffreiche Land sambischen Arbeiter schonungslos auszubeuten. Bereits mehrfach kam es in der Vergangenheit zu ähnlichen Zwischenfällen. 2005 wurden ebenfalls in einem chinesischen Bergwerk fünf Kumpel angeschossen.

China baut seit Jahren seinen Einfluss auf dem gesamten afrikanischen Kontinent massiv aus und chinesische Unternehmen investieren Milliarden in den Bau von Infrastruktur und langfristige Verträge zum Abbau von Rohstoffen. Diese Entwicklung wird sehr kontrovers betrachtet. Die Einen heben die Entwicklungsimpulse und die gestiegenen Rohstoffpreise hervor, was vielen rohstoffreichen afrikanischen Ländern hohe Gewinne verspricht. Andere sehen jedoch China als eine neue Kolonialmacht, die mit großer Vehemenz und Geschlossenheit auftritt. Die westlichen Länder haben diese Entwicklung bisher weitestgehend verschlafen und können keine kohärente Strategie zum Umgang mit der Situation vorweisen.

 




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