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Nigeria: Mallam Sanusi zu Afrikas Person des Jahres gewählt

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Freitag, 20. Januar 2012

Der Präsident der nigerianischen Zentralbank, Mallam Lamido Sanusi, ist vom Magazin „Forbes Africa“ zur Person des Jahres 2011 auf dem afrikanischen Kontinent gewählt worden. Er setzte sich damit gegen zwei Nobelpreisträgerinnen, einen ehemaligen Präsidenten und den reichsten Mann Afrikas durch.

Sanusi, der seit Juni 2009 die Geschicke der Zentralbank lenkt, hat seitdem Nigerias Finanzsektor durch radikale Reformen wieder auf die Beine gebracht. Als Chef der Zentralbank lenkte und unterstützte er eine 400 Milliarden Naira (ca. 2 Milliarden Euro) umfassende Rettungsaktion für Nigerias Afribank, die Intercontinental Bank, die Union Bank, die Oceanic Bank und die Finbank.

In Anschluss an die großangelegte Rettungsaktion entließ Sanusi umgehend die meisten der Vorstandvorsitzenden der betroffenen Banken, was ihm den Spitznamen „Sanusi Tsunami“ einbrachte. Darüber hinaus drängte der in seinem Land hoch angesehene Banker die Regierung darauf mehr Steuerdisziplin walten zu lassen und forderte zudem eine Reduzierung der Importe. So bezeichnete er es als inakzeptabel, dass Nigeria Rohöl exportiert, aber fast den gesamten Bedarf an Benzin importiert, da es im Land an Raffinerien und Know-How mangelt.

Das Forbes Africa Magazin hatte auf seiner Homepage alle Besucher dazu aufgerufen, über die Person des Jahres abzustimmen. Ziel war es, die Person zu finden, „die im guten oder schlechten Sinne den größten Einfluss auf die Geschehnisse des vergangenen Jahres gehabt hat“. In Bezug auf seine Ehrung erklärte Sanusi: „Alles war ich als Präsident [der Zentralbank] erreicht habe, ist ein gemeinschaftliches Ergebnis der 5.000 hart arbeitenden Mitarbeiter der Bank.“

Durchgesetzt hat sich der Nigerianer bei der Abstimmung gegen Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, die im Oktober mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde und das erste offiziell gewählte, weibliche Staatsoberhaupt Afrikas ist. Ein zweiter Kandidat war Pedro Veron Pires, der ehemalige Präsident der kapverdischen Inseln, der 2011 mit dem Mo Ibrahim Preis für gute Regierungsführung ausgezeichnet worden ist. Weitere Anwärter auf die Auszeichnung waren der Nigerianer Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas, sowie die Kenianerin Wangari Mathaai. Die Kenianerin mit dem Spitznamen „Mutter der Bäume“ erhielt für ihre Arbeit als Umwelt- und Politaktivistin bereits 2004 den Friedensnobelpreis und verstarb im September 2011 im Alter von 71 Jahren.

 




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