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Nigeria: Bombenanschlag auf UN-Hauptquartier

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Freitag, 26. August 2011

Bei einem schweren Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen in Nigeria, sind ersten Berichten zufolge 18 Menschen getötet worden. Die Opferzahlen könnten noch weiter steigen, da viele Menschen verletzt wurden und einige in den umliegenden Krankenhäusern noch immer in Lebensgefahr schweben. Darüber hinaus befinden sich vermutlich noch immer Personen in dem Gebäude, die in ihren Büros eingeschlossen sind.

Das UN-Gebäude befindet sich im Zentrum der nigerianischen Hauptstadt Abuja nahe der amerikanischen Botschaft. Alle Unterorganisationen der Vereinten Nationen, die in Nigeria aktiv sind, haben ihren Sitz in diesem Gebäude. Am Vormittag näherte sich ein Fahrzeug, durchbrach zwei Sicherheitsabsperrungen und rammte die Grundmauer des Bürokomplexes. Augenzeugen berichten, dass das Auto im Moment des Aufpralls explodiert sei.

Die Wucht der Explosion zerstörte das Erdgeschoss komplett und beschädigte auch weite Teile der Fassade. Zu dem Anschlag hat sich bisher noch keine Gruppe bekannt, er ähnelt in seiner Ausführung jedoch einem Terroranschlag auf das Polizeihauptquartier in Abuja im Juni diesen Jahres, zu dem sich die radikal-islamistische Sekte Boko Haram bekannt hat.

Boko Haram ist besonders im Nordosten des Landes aktiv, wo sie regelmäßig Bombenanschläge und Attentate ausführen. Ziel sind dabei meistens Polizisten, Soldaten und einzelne Politiker. Boko Haram hat seine Aktivitäten mittlerweile auch auf andere Landesteile ausgeweitet und möchte in Nigeria in einen islamistischen Gottesstaat verwandeln.

Ein UN-Mitarbeiter teilte anonym mit, dass die Vereinten Nationen vergangenen Monat Informationen erhalten hätten, dass Boko Haram auch Anschläge gegen die internationale Organisation plane. Daraufhin wurden die Sicherheitsmaßnahmen an allen UN-Gebäuden im Land verschärft.

Möglicherweise handelt es sich bei dem tödlichen Anschlag aber auch um eine Tat eines Ablegers des Terrornetzwerks Al Qaida. AQIM, also Al Qaida im islamischen Maghreb, war bisher vornehmlich für Entführungen im benachbarten Niger verantwortlich, es wird aber vermutet, dass AQIM auch für die Entführung eines Briten und eines Italieners in Nigeria Anfang des Jahres verantwortlich ist.

 




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