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Nigeria: 100 mutmaßliche Sektenmitglieder verhaftet

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Dienstag, 5. Juli 2011

Nigerias nationale Sicherheitsbehörde (State Security Service, SSS) hat am gestrigen Montag nach eigener Auskunft mehr als 100 mutmaßliche Anhänger der radikal-islamistischen Sekte Boko Haram festgenommen. Darüber hinaus sei es der Behörde in den vergangenen eineinhalb Monaten gelungen, eine ganze Serie von geplanten Bombenanschlägen zu vereiteln.

Nichtsdestotrotz sind in der abgelegenen Provinz Borno im Nordosten Nigerias seit Anfang des Jahres bereits über 150 Menschen durch Bombenanschläge und Erschießungen getötet worden. Fast alle Opfer gehen auf das Konto der Sekte, die in der Provinzhauptstadt Maiduguri und der umliegenden Region ihr Machtzentrum hat. Grausame „Spezialität“ der Mörder sind Erschießungen im Vorbeifahren, die von bewaffneten Männern auf Motorrädern ausgeführt werden.

Die großangelegte Aktion der Sicherheitsbehörden beschränkte sich nicht nur auf die Borno-Region, sondern auch auf die nördlichen Regionen Bauchi, Kaduna, Kano, Yobe und Adamawa. In allen Gebieten seien lokale Anführer und andere Mitglieder Boko Harams verhaftet worden, teilte der SSS in einer Pressemitteilung mit.

Die radikal-islamistische Sekte soll auch für einen Bombenanschlag vor einer Polizeiwache in der nigerianischen Hauptstadt Abuja vergangenen Monat verantwortlichen sein und es ist zu befürchten, dass Boko Haram seine Machenschaften weiter über die Grenzen der Borno-Region ausweitet, falls die Regierung deren Machenschaften nicht unter Kontrolle bringt.

Boko Haram wirft der Regierung „Verwestlichung“ vor und fordert die Einführung islamischen Rechts. Die islamische Mehrheit im Norden Nigerias teilt die radikalen Ansichten der Sekte nicht, dafür sind aber Arbeitslosigkeit und Armut Boko Harams stärkste Verbündete im Kampf um neue Anhänger. In Maiduguri kommt es mittlerweile fast täglich zu zu tödlichen Anschlägen durch die Sekte.

Laut Berichten der BBC wurden zuletzt am Sonntag bei einem Bombenanschlag in einer Bar in Maiduguri, die hauptsächlich von Polizisten und Soldaten besucht wird, mindestens fünf Menschen getötet. Am selben Tag wurde ein Politiker auf offener Straße von einem vorbeifahrenden Motorrad herab erschossen und vier weitere Politiker in ihrem Zuhause von Anhängern der Sekte ermordet.

 




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