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Alternativer Nobelpreis an Nigerianer verliehen

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Dienstag, 7. Dezember 2010

Insgesamt vier Aktivisten haben gestern in Stockholm den Alternativen Nobelpreis erhalten, darunter auch der Nigerianer Nnimmo Bassey, der seit Jahren gegen die Umweltverschmutzung der internationalen Ölkonzerne in seiner Heimat ankämpft. Der Alternative Nobelpreis, der auch als Right Livelihood Award bekannt ist, ist mit 200.000 Euro ausgezeichnet und wird jährlich als eine Art alternative zum Friedensnobelpreis vergeben.

Außer dem nigerianischen Umweltaktivisten wurden noch der österreichisch-brasilianische Bischof Erwin Kräutler, eine nepalesische Hilfsorganisation sowie eine israelisch-palästinensische Ärztevereinigung. Kräutler bekam den Preis für seinen engagierten Einsatz für die indigene Bevölkerung Brasiliens und den damit verbundenen Schutz des Amazonas-Regenwaldes.

Stellvertretend für die nepalesische Organisation Support Activities for Poor Producers of Nepal erhielt deren Leiter, der Entwicklungshelfer Shrikrishna Upadhyay den Preis verliehen. Nach Aussage des Komitees kämpfe Upadhyay trotz aller politischen Widrigkeiten unermüdlich gegen die Armut in seinem Land.

Die israelisch-palästinensische Organisation Physicians for Human Rights setzt sich für das Recht auf Gesundheit ein. Mit Hilfe mobiler Krankenhäuser helfen sie seit 1988 den Menschen – ungeachtet ihrer Zugehörigkeit – sowohl in Israel als auch in Palästina.

Über den Nigerianer Nnimmo Bassey sagte das Komitee, dass er sich den Praktiken der multinationalen Konzerne in seinem und der von ihnen verursachten Umweltverschmutzung entgegen stelle und damit sowohl in seinem Land als auch weltweit den Umweltschutz engagiert gestärkt habe. Bassey ist Leiter der nigerianischen Organisation „Environmental Rights Action“.

Im Nigerdelta fördern seit fast 50 Jahren internationale Ölkonzerne wie Exxon Mobil oder Shell jährlich mehrere Millionen Barrel Öl. Die Umweltstandards in Nigeria sind sehr lasch und die Konzerne kümmern sich wenig um die von ihnen verursachten Schäden. Schätzungen zufolge sind seit Beginn der Förderung im Nigerdelta bereits mehr als 15 Millionen Barrel Öl ausgelaufen und haben das Ökosystem des Deltas nachhaltig geschädigt. Die Verschmutzung weiter Teile des Nigerdeltas entzieht auch der lokalen Bevölkerung, die häufig vom Fischfang oder der Landwirtschaft lebt, die Lebensgrundlage.

Die Ölkonzerne ziehen sich weitestgehend aus der Verantwortung, indem sie für die Lecks in ihren Leitungen auf Rebellengruppen und illegale Anzapfung verantwortlich machen. Wie viel Öl aufgrund maroder Leitungen in die Umwelt gelangt ist deshalb schwer zu klären, ohne Druck von außen sind die großen Konzerne allerdings nicht bereit, die Zustände in Nigeria zu verbessern. Außerdem verbrennen die Ölkonzerne auch das bei der Förderung entstehende Gas direkt vor Ort, obwohl dies gesetzlich verboten ist. Das führt zu erheblichen Belastungen und Gefährdungen für die dort lebenden Menschen.

 




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