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Halliburton in Bestechungsskandal verwickelt

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Sonntag, 28. November 2010

Die Anti-Korruptionseinheit der Polizei in Nigeria hat die Büros der amerikanischen Firma Halliburton durchsucht und zwölf Mitarbeiter festgenommen. Grund für die Durchsuchung ist die Verstrickung der zu Halliburton gehörenden KBR Inc. In einen Bestechungsskandal größeren Ausmaßes.

Halliburton ist berüchtigt für seine internationale Verstrickung in zwielichtige Waffengeschäfte und seine Rolle als Zulieferer für das US-Militär und private Sicherheitsfirmen, die in Krisengebieten weltweit operieren. In Nigeria ist Halliburton im Ölgeschäft tätig und hat zu diesem Zweck ein weites Netz an Subunternehmen unter seiner Kontrolle. Die Firma teilte mit, dass die Durchsuchung ihrer Büroräume am Donnerstag jeder rechtlichen Grundlage entbehrten. Die zwölf festgenommenen Verdächtigen sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Das nigerianische Dezernat für Wirtschafts- und Finanzverbrechen (EFCC) erklärte auf Nachfrage, dass zehn Mitarbeiter von Halliburton zur Befragung festgenommen wurden und darüber hinaus jeweils ein leitender Angestellter der im Ölgeschäft tätigen Firmen Saipem Contracting Nigeria Ltd und Technip Offshore Nigeria Ltd. EFCC Sprecher Femi Babafemi teilte auch mit, dass sie darüber hinaus noch auf der Suche nach dem regionalen Management-Direktor von Halliburton sind.

Die zu Halliburton gehörende KBR Inc., die in Houston, Texas ansässig ist, hatte sich letztes Jahr vor einem US-Gericht schuldig bekannt, zwischen 1994 und 2004 insgesamt 180 Millionen US-Dollar Bestechungsgelder an nigerianische Behörden gezahlt zu haben, um sich Aufträge im Gesamtwert von mehr als sechs Milliarden US-Dollar zu sichern. KBR und Halliburton zahlten dafür in den USA eine Strafe von 579 Millionen US-Dollar. Nigeria, Frankreich und die Schweiz haben jedoch eigene Untersuchungsverfahren des Vorfalls eingeleitet.

Halliburton hat sich 2007 von KBR getrennt und streitet kategorisch jegliche Verstrickung in die Bestechungsgeschäfte ab. Halliburton spielt stattdessen die Rolle des Unschuldslamms und beschwerte sich darüber, dass bei den Durchsuchungen die Büroräume verwüstet und Angestellte beleidigt worden wären.

In Verbindung mit dem Bestechungsskandal steht auch ein Gerichtsverfahren gegen einen Berater des ehemaligen nigerianischen Staatspräsidenten, Olusegun Obasanjo, dem sechs Fälle der Geldwäsche vorgeworfen werden, in denen er zwischen 2002/03 über 1,5 Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern erhalten haben soll. Die Verhandlung ist auf den 16. Dezember angesetzt.

 




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