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Google investiert in Afrika

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Mittwoch, 17. November 2010

In den letzten Jahren hat der afrikanische Kontinent ein rasantes Wachstum des Mobilfunkmarktes erlebt. Die Technologie ließ sich ideal auf die lokalen Bedingungen adaptieren. Das Internet führt dahingegen noch ein Nischendasein, in manchen Ländern kommt nur ein Internetanschluss auf 1.000 Menschen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. In fast allen Städten des Kontinents schießen Internetcafés aus dem Boden und ermöglichen den Zugang zum weltweiten Netz, auch wenn der Internetanschluss zu Hause noch eine Seltenheit bleibt.

Länder wie Kenia, Südafrika und Nigeria fördern den Ausbau der Netzstrukturen stark und suchen dabei potente Partner, wie zum Beispiel Google. Der Global Player, der durch seine Suchmaschine weltberühmt geworden ist, investiert nun im großen Stil in den afrikanischen Wachstumsmarkt, der 800 Millionen potentielle Kunden zu bieten hat.

Am 7. Oktober 2010 hat Google zusammen mit der Universität von Nigeria Nsukka (UNN) ein Förderprogramm für Breitbandanschlüsse an Universitäten gestartet. Darüber hinaus erhält die UNN alle Lizenzen für Google-Anwendungen sowie Support und Fortbildungen zu den Themen Informatik, Webdesign, Programmieren, etc.

Das Projekt soll im nächsten Jahr auf sechs weitere Länder ausgedehnt werden. Damit will Google das Erstellen eigener, originär afrikanischer Inhalte fördern. Bisher gibt es nur wenige afrikanische Webseiten, was auch dazu beiträgt, dass das Internet in Afrika eine geringere Resonanz hervorruft. Deshalb haben die Entwickler von Google das Programm „Baraza“ entworfen. Baraza ist Swahili und bedeutet „Ratschlag“. Das Google-Programm ermöglicht es den Benutzern, afrikanisches Wissen im Frage-Antwort-Prinzip auszutauschen.

Darüber hinaus verbreitet und fördert Google auch bekannte Anwendungen, wie z. B. Google-Maps, indem Seminare für Entwickler angeboten werden. Auch das System der Bezahlung von Werbebanner-Einnahmen wird von Google überarbeitet, damit die Bezahlung auch ohne ein Bankkonto funktioniert. Dadurch sollen weitere Anreize geschaffen werden, Inhalte online zu stellen.

Google ist seit 2007 in Kenia präsent. Seitdem hat der Konzern sein Netzwerk auch auf den Senegal, Ghana, Nigeria und Südafrika ausgeweitet. Bislang ist das Geschäft auf dem afrikanischen Kontinent für Google verlustreich und wird aus dem internationalen Budget finanziert. Das wird vermutlich jedoch nicht lange so bleiben, da der afrikanische Kontinent ein großes Wachstumspotential verspricht und Google frühzeitig seine Netzwerke aufgebaut hat.

 




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