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Mitarbeiter von ExxonMobil im Nigerdelta entführt

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Dienstag, 16. November 2010

Mindestens sieben Mitarbeiter der US-amerikanischen Ölfirma ExxonMobil wurden gestern im ölreichen Nigerdelta entführt. Die Nachrichtenagentur Reuters gibt die Zahl der Geiseln mit acht an. Verantwortlich für die Entführungen erklärte sich die militärisch aktive Befreiungsbewegung MEND. ExxonMobil bestätigte, dass eine ihrer Ölplattformen vor der Küste Nigerias in der Akwa Ibom Provinz angegriffen wurde.

Das Movement for the Emancipation of the Niger Delta (MEND) kämpft für eine faire Beteiligung der lokalen Bevölkerung an den Gewinnen aus dem Ölgeschäft. Ausländische Firmen, die im Nigerdelta aktiv sind, verdienen dort Millionen, während die dort lebenden Nigerianer von dem vielen Öl in keiner Weise profitieren. Stattdessen müssen sie mit ansehen, wie das gesamte Ökosystem des Nigerdeltas durch auslaufendes Öl zerstört wird. Außerdem erleiden viele Menschen dort Krankheiten, die auf die schweren Verschmutzungen des Grundwassers und der Luft zurückzuführen sind.

Während die Entführungen sich bisher auf das Kerngebiet des Deltas beschränkten, wird MEND nun auch zunehmend in Randbereichen des Deltas, wie im jetzigen Falle in der östlich gelegenen Akwa Ibom Provinz, aktiv. Bereits letzte Woche wurden von der Befreiungsbewegung sieben Mitarbeiter einer anderen Ölfirma entführt. Darüber hinaus bekannte sich MEND auch zu einem doppelten Autobombenanschlag während den Feierlichkeiten zur 50-jährigen Unabhängigkeit Nigerias, bei dem zwölf Menschen getötet wurden.

Die nigerianische Regierung hatte letztes Jahr ein Waffenstillstandsabkommen mit MEND ausgehandelt, eine Splittergruppe hat nun jedoch den bewaffneten Kampf wieder aufgenommen. Die Entführungen ereigneten sich kurz nachdem die Polizei verkündet hatte, in einer groß angelegten Aktion über 400 Rebellen und Kriminelle im Nigerdelta festgenommen zu haben. Damit machten die nigerianischen Sicherheitskräfte klar, dass sie die kriminellen Machenschaften im Nigerdelta mit aller Härte bekämpfen werden. Problematisch ist vor allem auch die Tatsache, dass viele Kriminelle die instabile Situation in der Region nutzen, um als Trittbrettfahrer etwas Geld zu verdienen. Dadurch sind die Entführungen mit Lösegeldforderung enorm in die Höhe geschnellt.

 




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