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Sehr seltener Wüstengepard in Niger fotografiert

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Freitag, 24. Dezember 2010

Einem Forscherteam des Sahara Conservation Fund (SCF) ist es gelungen, einen der seltensten Jäger dieser Welt mit einer Nachtsichtkamerafalle zu fotografieren. Die Kamera, die auf Bewegungen in ihrer Umgebung reagiert, hat einen Wüstengeparden im Vorbeigehen aufgenommen. Wissenschaftler schätzen, dass in Niger nur noch etwa zehn Tiere leben. Das Bild wurde in der Termit Region aufgenommen, einer abgelegenen gebirgigen Region in der Sahara.

Das Bild wurde im Rahmen des Saharan Carnivore Project gemacht, einem Forschungsprojekt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die Verbreitung und Lebensweise größerer Raubtiere in der lebensfeindlichen Sahara zu untersuchen. Gestartet wurde das Projekt, das von der Oxford-Universität in Großbritannien unterstützt wird, vor vier Jahren. Die Wissenschaftler des SCF, John Newby und Tim Wacher, haben sich bei ihren Untersuchungen auf das nigrische Termit Massiv und die benachbarte Tin-Toumma Wüstenregion spezialisiert. Diese Regionen im zentralen Osten Nigers sind eines der wichtigsten Refugien für Wildtiere in der gesamten Sahara.


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Obwohl die Forscher bereits seit zehn Jahren in dem Gebiet arbeiten, konnten sie bisher lediglich dreimal einen Geparden beobachten und nie fotografieren. Erst jetzt ist es mit einer Kamerafalle gelungen, ein geisterhaftes Bild des scheuen Tieres zu machen. Der Wüstengepard ist deshalb noch immer ein Rätsel – selbst für Wissenschaftler, die sich auf seltene Großkatzen spezialisiert haben.

So ist es zum Beispiel nicht bekannt, ob die Wüstengeparden in der Sahara verwand sind mit anderen Gepardenarten auf dem afrikanischen Kontinent oder mit den letzten wild lebenden Geparden Asiens, die im Iran zu finden sind. Der Saharagepard scheint eine andere Färbung und ein anderes Punktemuster zu besitzen. Schätzungen zufolge gibt es insgesamt nicht mehr als 250 erwachsene Tiere, die in voneinander getrennten Gebieten weit über die Sahara verstreut leben. Die größte Population mit über 50 Tieren wird in Algerien vermutet.

Experten glauben, dass der Gepard einen Weg gefunden hat, auch in Gebieten ohne permanente Wasserquelle überleben zu können. Außerdem legt er während der Jagd vermutlich sehr weite Strecken zurück, weshalb eine Beobachtung schwierig ist. Forscher versuchen den Spuren der Tiere auf Kamelen zu folgen, um die Lebensgewohnheiten genauer zu studieren.

Bei einer solchen Expedition folgten die Wissenschaftler vor Kurzem einer Spur acht Tage lang kreuz und quer durch die Wüste. Der Wüstengepard wechselte jedoch so häufig die Richtung und nutzte die unüberschaubare Weite der Sahara um seine „Verfolger“ abzuhängen und so seinen Ruf als rätselhaftester Jäger der Wüste zu sichern.

 

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