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Flut- und Hungerkatastrophe in Niger

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Dienstag, 24. August 2010

Die Menschen in Niger sterben im Stillen. Aufgrund einer verheerenden Dürre im vergangenen Jahr konnten die Ernteerträge des Landes nur ein Viertel des Gesamtbedarfs decken. Daher herrscht im Niger seit April eine akute Hungersnot, die auch durch die Hilfe der Welternährungsorganisation und anderer Hilfsorganisationen nur unzureichend bekämpft werden kann.

Die Menschen in Niger sind an Trocken- und Dürreperioden gewöhnt, doch selbst sie waren auf die Schwere und das Ausmaß der letztjährigen Dürre nicht vorbereitet, welche zur Folge hatte, dass die Nahrungsmittel dieses Jahr bereits wesentlich früher zur Neige gingen als sonst. Die Erntezeit beginnt erst wieder Ende September und eine zweite Katastrophe verschärft nun die Situation noch zusätzlich und zerstört einen Großteil der erhofften Ernte.

Aufgrund starker Regenfälle ist der Niger über die Ufer getreten und hat weite Landstriche in einigen der neun Anrainerstaaten überschwemmt. Besonders hart hat es Niger getroffen. Über 100.000 Menschen haben mittlerweile ihre Häuser verloren, die von den Fluten davongerissen wurden. Außerdem wurden Felder verwüstet und tausende Tiere sind in den Fluten ertrunken.

Das Ausmaß der Katastrophe wird klar, wenn man sich die Zahlen anschaut: Nach Schätzungen der UN sind mehr als sieben Millionen Menschen auf Lebensmittelhilfen angewiesen – das ist die Hälfte der gesamten Bevölkerung des Niger. Allein 400.000 Kinder sind akut unterernährt und drohen zu verhungern. Die Welternährungsorganisation hat letzte Woche bekannt gegeben, dass sie aufgrund fehlender finanzieller Mittel nur 40 Prozent der Betroffenen Menschen mit Lebensmitteln versorgen kann.

Als Reaktion darauf haben die Vereinten Nationen am Wochenende angekündigt, weitere 15 Millionen US-Dollar bereitzustellen. Ob diese Summe langt, ist mehr als fraglich, da die Flut- und die Hungerkatastrophe sich gegenseitig verstärken. Die bereits geschwächten Menschen und unterernährten Kinder sind anfälliger für Krankheiten und Seuchen, die sich durch Kadaver und Erreger im Wasser sehr schnell ausbreiten können.

Auch andere Hilfsorganisationen, wie z. B. Oxfam, melden, dass ihre Ressourcen nahezu erschöpft sind. Ibrahima Fall, der Landesdirektor von Save the Children in Niger, nannte die Situation eine „stille Katastrophe“, da die Medien kaum über das Leid der Menschen berichten.

 

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