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Situation in Westsahara bleibt brisant

Geschrieben von Eva Kauke   
Donnerstag, 11. November 2010

Durch die von den Vereinten Nationen organisierten Gespräche zwischen der marokkanischen Regierung und der Rebellenbewegung Polisario ist der Konflikt um die Region Westsahara in dieser Woche erneut ins Interesse der Medien gerückt. Die Region ist bereits seit mehr als 35 Jahren umkämpft, was in der internationalen Öffentlichkeit allerdings seit Langem nur sehr marginale Aufmerksamkeit findet.

In den als informell gekennzeichneten Gesprächen in dieser Woche soll entschieden werden, ob es zu erneuten Friedensverhandlungen zwischen den beiden Parteien kommen wird. Experten sehen jedoch geringe Chancen für eine baldige Lösung des Westsahara-Konfliktes. Auch die letzte Zusammenkunft zwischen Regierung und Rebellen im Februar dieses Jahres blieben ohne Ergebnis.

Es ist ein Konflikt mit einer langen Geschichte. Nach dem Abzug der Kolonialmacht Spanien im Jahr 1975 wurde das Wüstengebiet Westsahara vom Königreich Marokko annektiert. Seitdem ist das Gebiet umkämpft. Anhänger der Polisario, einer Rebellenbewegung der dort ansässigen Randgruppe der Saharauis, fordert die Unabhängigkeit von Marokko. Das Königreich zeigt bisher aber wenig Bereitschaft, das Territorium aus seinem Machteinfluss zu entlassen. Bis heute ist das Gebiet völkerrechtlich umstritten.

In den vergangenen Wochen hat sich die Lage in Westsahara erneut zugespitzt. Die Stürmung eines Protestlagers nahe der Hauptstadt El-Aiun durch die marokkanische Polizei forderte vergangenen Montag mehrere Menschenleben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Etwa 20.000 Saharauis hatten sich bereits seit einigen Wochen in einem Zeltlager – bezeichnet als das „Camp der Würde“ – vor den Toren der Stadt versammelt, um für mehr soziale Gerechtigkeit zu demonstrieren.

Obwohl die Protestanten sich von der Rebellenbewegung Polisario distanzierten und ausschließlich durch ihre Anwesenheit versuchten auf ihre Lage aufmerksam zu machen, sah sich die Regierung Marokkos offensichtlich zum Handeln genötigt. Und trotz der Tatsache, dass dieser schwerwiegende Zwischenfall folglich nicht unmittelbar mit der Forderung nach einem eigenen Staat Westsahara einhergeht, überschattet er die Gespräche über mögliche Friedensverhandlungen. Die Hoffnung auf eine Lösung des Konfliktes um Westsahara rückt dadurch in noch weitere Ferne.

 




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