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Baumwollsubventionen vernichten Gewinne in Entwicklungsländern

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Montag, 15. November 2010

Ein heute veröffentlichter Bericht der Fairtrade Foundation kritisiert die, vor allem in den USA und Europa gängige Praxis, Baumwollfarmer mit Subventionen zu unterstützen. Dieses Vorgehen zerstöre die Weltmarktpreise und somit auch die Lebensgrundlage vieler afrikanischer Baumwollproduzenten. Durch die Subventionen der Industrienationen, die sich jährlich auf mehr als eine Milliarden US-Dollar belaufen, wird künstlich ein Überangebot mit Baumwolle erzeugt, wodurch die Preise, die westafrikanische Produzenten für ihre Erzeugnisse erzielen können, stark sinken.

Am stärksten von dieser Subventionspolitik sind die international als „Cotton 4“ bezeichneten westafrikanischen Länder Tschad, Mali, Benin und Burkina Faso. Aufgrund der geringen Personalkosten und des optimalen Klimas produzieren diese Länder eine qualitativ hochwertige Baumwolle, deren Export eine wichtige Einnahmequelle für viele Menschen darstellt. Zwischenhändler schätzen, dass allein die Abschaffung der Subventionen in den USA zu einer Einkommenssteigerung von zehn Prozent für die afrikanischen Baumwollfarmer führen würde. Eine solche Steigerung würde für die Menschen in Mali, das zu den ärmsten Ländern weltweit zählt, einen enormen Fortschritt bedeuten.

Die Fairtrade Foundation setzt sich für angemessene Preise in der Baumwollproduktion ein und zahlt konsequenterweise ihren Vertragsbauern für biologisch produzierte Baumwolle feste Preise, die sich nicht an den – durch die Subventionen verfälschten – Weltmarktpreisen orientieren. Dadurch werden die Einnahmen der Baumwollfarmer in den Cotton-4-Ländern auf einem armutslindernden Niveau stabilisiert, was bereits deutliche Auswirkungen zur Folge hat.

Die durchgeführten Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass mit Hilfe der zusätzlichen Einnahmen in den Regionen Gesundheitszentren aufgebaut werden konnten. Außerdem hat sich die Einschulungsquote deutlich verbessert. Kinder von Baumwollfarmer müssen nicht mehr dauerhaft als billige Arbeitskraft auf den Feldern helfen, sondern können stattdessen regelmäßig die Schule besuchen. In einigen Gebieten im südlichen Mali ist die Einschulungsquote auf 95 Prozent geklettert, bei einem nationalen Durchschnitt von 45 Prozent.

 




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