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Madagaskar: Lemuren vom Aussterben bedroht

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Samstag, 14. Juli 2012

Die ausschließlich auf Madagaskar heimischen Lemuren sind einer neuen Studie zufolge stärker vom Aussterben bedroht, als bisher angenommen. Die Untersuchung wurde von einer Expertengruppe der Internationalen Union für die Bewahrung der Natur und Natürlicher Ressourcen (IUCN) durchgeführt. Die IUCN ist Herausgeber der jährlich veröffentlichten Roten Liste gefährdeter Arten, auf der weltweit gefährdete Tier- und Pflanzenarten in verschiedene Gefährdungsstufen gelistet sind.

Die auf Primaten spezialisierte Forschergruppe stellte zum einen fest, dass es mehr Lemurenarten gibt, als bislang angenommen. Zum anderen zeigte die Untersuchung aber auch, dass von den 103 nun bekannten Arten über 90 Prozent auf die Rote Liste gesetzt werden müssten.

Der Fakt, dass Madagaskar schon seit knapp 100 Millionen Jahren vom Festland getrennt ist, hat dazu geführt, dass viele Tier- und Pflanzenarten endemisch sind. Der immer schneller voranschreitende illegale Holzeinschlag und die zunehmende Jagd auf Lemuren hat seit 2009 zu einer drastischen Reduzierung des Primatenbestandes geführt.

Die IUCN kommt zu dem Ergebnis, dass 23 Lemurenarten „vom Aussterben bedroht“ sind – das entspricht der höchsten Gefährdungsstufe auf der Roten Liste. 52 weitere Arten gelten als „stark gefährdet“ und 19 als „gefährdet“. Russ Mittermeiser, Vorsitzender des Expertengremiums, erklärt die Bedeutung dieser Zahlen: „91 Prozent aller Lemuren werden in eine der Gefährdungsklassen der Roten Liste eingestuft. Das ist mit Abstand der höchste Prozentsatz unter allen Säugetieren.“

Tierarten können sich auf verschiedene Weise für einen Platz auf Roten Liste „qualifizieren“. Als „vom Aussterben bedroht“ zählen beispielsweise Arten, deren Gesamtpopulation entweder weniger als 50 paarungsreife Erwachsene umfasst oder deren Bestand innerhalb der vergangenen zehn Jahre (bzw. drei Generationen) um mehr als 80 Prozent geschrumpft ist.

Die größte Gefährdung für die mannigfaltigen Lemurenarten stellt die rasant voranschreitende Zerstörung ihres Lebensraumes dar. Seit einem Putsch im Jahr 2009 herrscht in Madagaskar politische Instabilität, dem staatlichen Sicherheitsapparat fehlt es an Kapazitäten.

In der Folge hat die illegale Abholzung auch in den Schutzgebieten Madagaskars sprunghaft zugenommen. Harthölzer, wie zum Beispiel Ebenholz, Rosenhölzer und Pallisander, werden zu hohen Preisen auf dem Weltmarkt verkauft. Über 90 Prozent des originären Waldbestandes auf der Insel sind bereits abgeholzt, zahlreiche endemische Arten ausgestorben oder – wie die Lemuren – kurz davor, ausgerottet zu werden.

 

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