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Madagaskar: Kleinstes Chamäleon der Welt entdeckt

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Donnerstag, 16. Februar 2012

Ganz genau hinschauen musste eine Gruppe deutscher Forscher, die in Madagaskar nach noch unbekannten Arten von Zwergchamäleons gesucht hat. Aber die Mühe hat sich gelohnt: Dr. Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung in München, der das Forschungsteam geleitet hat, berichtet, dass insgesamt vier neue Arten beschrieben werden konnten. Vorgestellt haben die Wissenschaftler ihre Entdeckungen in dem Fachmagazin PloS ONE.

Die kleinste entdeckte Zwergchamäleonart trägt nun den bezeichnenden Namen „Brookesia micra“, da die ausgewachsenen Männchen eine maximale Körperlänge von 16 Millimetern erreichen, die Weibchen in der Regel minimal größer. Das macht die Winzlinge zu den kleinsten bekannten Chamäleons. Frank Glaw ergänzt jedoch, dass es noch andere Wirbeltiere gibt, vor allem Fische und Frösche, die noch kleiner sind. Manche erreichen nur acht Millimeter.

Brookesia micra lebt für gewöhnlich zwischen herabgefallenen Blättern auf dem Waldboden und ernährt sich von Milben oder Insekten, die noch kleiner sind als das Chamäleon selbst. Bis sie die Tiere entdeckten, mussten die Forscher einige Nachtschichten einlegen. Da sie von anderen Zwergchamäleonarten wussten, dass diese nachts häufig zum Schlafen auf Zweige klettern, suchten sie geeignete Lebensräume penibel mit Taschenlampen ab bis sie fündig wurden.

Ein Erklärungsansatz für die geringe Größe der Tiere könnte das Phänomen der „Insel-Verzwergung“ sein, welches beschreibt, dass manche Tiere die auf einen bestimmten Lebensraum begrenzt werden (z. B. eine Insel), im Laufe ihrer Evolution an Größe verlieren, um sich den neuen Lebensbedingungen besser anzupassen. Im Falle von Brookesia micra könnte es sogar zu einem doppelten „Insel-Effekt“ gekommen sein. Das Mini-Chamäleon findet sich nämlich nicht auf der Hauptinsel Madagaskars, sondern nur auf einem kleinen Kalkfelsen nahe der Hauptinsel.

Da alle vier entdeckten Zwergchamäleonarten einen sehr beschränkten Lebensraum haben, der teilweise nicht viel mehr als einen Quadratkilometer umfasst, fürchten die Wissenschaftler um das Überleben der neu entdeckten Tiere, da Raubbau an der Natur und die Ausbreitung des Menschen zur schnellen Auslöschung führen könnten. Dementsprechend nannten die Forscher eine Art „Brookesia tristis“ in Anlehnung an das lateinische Wort für traurig. Eine andere Art nannten sie „B. desperata“ - bleibt zu hoffen, dass die Tiere ihre Namen Lügen strafen.

 

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