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Afrikanische Union vermittelt in Libyen

Geschrieben von Eva Kauke   
Sonntag, 10. April 2011

Die Situation in Libyen bleibt verfahren. Die Truppen des Gaddafi-Regimes kämpfen weiter erbittert gegen die spärlich ausgerüsteten Aufständischen. Seit mehreren Tagen konzentrieren sich die Kampfhandlungen hauptsächlich auf die Stadt Adschdabija im Osten Libyens. Sie gilt als einer der zentralen Stützpunkte der Rebellen. Am Wochenende ist es den Regierungstruppen offenbar gelungen, die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Die zweite heftig umkämpfte Stadt ist Misurata, etwa 200 km östlich der Hauptstadt Tripolis gelegen. Dort scheinen die Aufständischen derzeit die Oberhand zu haben.

Die Bespiele dieser beiden strategisch wichtigen Städte im Libyenkrieg zeigt stellvertretend für den gesamten Konflikt, wie festgefahren die Lage derzeit ist. Beide Parteien wechseln sich mit der Einnahme der Städte ab, um sie schließlich wieder an die Gegenpartei zu verlieren. Eine Pattsituation, die immer mehr Menschenleben fordert und steigende Zahlen an Flüchtlingen hervorbringt, aber kein Ende des Konflikts absehbar erscheinen lässt.

Die Afrikanische Union (AU) sprach sich von Beginn an gegen die militärische Intervention in Libyen durch die Vereinten Nationen, bzw. die NATO aus. Die Staatschefs von Südafrika, Mali, Mauretanien, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo wurden von der AU als Delegierte nach Libyen entsandt, um dort einen Waffenstillstand zu erwirken. Das Komitee kam zunächst in Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens, zu Gesprächen zusammen, und traf schließlich am Sonntag in Tripolis ein.

Ziel der Delegation ist die Umsetzung einer Waffenruhe zwischen den Truppen Muammar al-Gaddafis und den Aufständischen. Unter anderem sollen auch Gespräche mit Gaddafi selbst auf der Tagesordnung stehen. Die Waffenruhe soll als Zeit des Übergangs dienen, in der neue politische Reformen in Libyen ausgehandelt werden sollen. Am Montag reisen die Staatschefs weiter nach Bengasi, die Hauptstadt der Rebellen und Sitz des Übergangsrates, um auch mit deren Vertretern über die Zukunft Libyens und die Beendigung der Kampfhandlungen zu sprechen. Wie das Komitee der Afrikanischen Union dort empfangen werden wird, ist allerdings fraglich. Denn anders als die westlichen Präsidenten stehen die afrikanischen Staatschefs nicht hinter der Forderung eines Machtwechsels in Libyen.

 




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