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Präsidentschaftswahlen in Liberia verlaufen friedlich

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Dienstag, 11. Oktober 2011

In langen Schlangen und dem anhaltenden Regen trotzend stehen die Menschen in Liberias Hauptstadt Monrovia vor den Wahllokalen und warten geduldig darauf, ihre Stimme abgeben zu dürfen. Die heutige Präsidentschaftswahl ist erst die zweite demokratische Wahl seit dem Ende des Bürgerkriegs, der von 1989 bis 2003 in dem kleinen westafrikanischen Land tobte.

Ellen Johnson-Sirleaf, die 2005 als erste Frau in einem afrikanischen Land zur Präsidentin gewählt wurde, strebt eine zweite Amtszeit an, muss sich dafür aber gegen 15 weitere Kandidaten durchsetzten. Aussichtsreichster Gegenkandidat ist Winston Tubman, der an der Harvard-Universität studiert hat und als Berater des UN-Generalsekretärs Kofi Annan tätig war. Tubman tritt zusammen mit George Weah an, einem ehemaligen Fußballprofi, der im Falle eines Sieges Vizepräsident werden soll.

Die Wahl ist die erste selbstständig organisierte Präsidentschaftswahl in Liberia seit dem Ende des blutigen Bürgerkriegs, der fast eine halbe Million Menschen das Leben gekostet hat. Die vorangegangene Wahl 2005 war von den Vereinten Nationen organisiert worden, die auch heute noch mit einer Friedensmission im Land präsent sind.

Die vor Ort aktiven Wahlbeobachter der Afrikanischen Union und des in den USA ansässigen Carter Center sprechen bisher von einer sehr friedlichen Wahl und gehen davon aus, dass es zu keinen Gewaltausschreitungen kommen wird, solange alle Kandidaten das Wahlergebnis anerkennen. Für viele Unternehmen, die in das rohstoffreiche Land investieren wollen, gilt die Wahl als Stimmungstest für die Sicherheitslage. Herausforderer Tubman hat angekündigt, seine Unterstützer dazu aufzufordern, das Wahlergebnis anzuerkennen, solange die Wahlen frei und fair verlaufen.

Die derzeitige Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, die jüngst mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, hat die Entschuldung ihres Landes vorangetrieben, Infrastruktur wieder aufgebaut und Korruption sowie Armut bekämpft. Kritiker werfen ihr jedoch vor, dass nicht genug gegen die Korruption und die bittere Armut getan wurde – das Durchschnittseinkommen in Liberia zählt mit etwa 300 US-Dollar pro Jahr zu den niedrigsten weltweit.

 




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