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Masern außer Kontrolle in der Demokratischen Republik Kongo

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Dienstag, 29. März 2011

Wie die internationale medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen heute mitteilt, gerät in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) eine Masern-Epidemie zunehmend außer Kontrolle. Informationen der Helfer vor Ort zufolge hat es seit September 2010 bereits über 21.000 bestätigte Fälle der Viruserkrankung in dem zentralafrikanischen Land gegeben.

Der Leiter der Ärzte ohne Grenzen-Mission im Kongo, Gael Hankenne, erklärte, dass schnelle internationale Hilfe nötig sei, um die weitere Ausbreitung der hochinfektiösen Krankheit zu verhindern. Seit September 2010 habe seine Organisation in der DRK mehr als 1,5 Millionen Kinder geimpft, die Epidemie breite sich aber dennoch wie ein Buschfeuer über das Land aus. Alle im Kongo vertretenen Gesundheitsorganisationen und staatlichen Stellen müssten das Thema nun zur nationalen Priorität erheben, um eine Katastrophe zu verhindern.

Masern sind eine Infektionskrankheit, die vornehmlich bei Kindern auftritt, sich durch einen charakteristischen Hautausschlag äußert und – besonders bei fehlender oder ungenügender Behandlung – schwere Komplikationen mit Todesfolge hervorrufen kann. Dazu zählen Lungenentzündungen, schwerer Durchfall, der hohen Flüssigkeitsverlust zur Folge hat und Entzündungen an den Augen, die zu Blindheit führen können. Da der Virus sich durch die Luft überträgt („fliegende Infektion“), sind Masern äußerst ansteckend.

Eine einmalige Ansteckung mit der Krankheit führt zu einer lebenslangen Immunisierung. Bei einer ungeimpften Bevölkerung stellen die Masern eine der fünf Haupttodesursachen bei Kindern dar, etwa 1-15 Prozent der infizierten Kinder sterben normalerweise. Bei besonders gefährdeten Gruppen, wie zum Beispiel Flüchtlingen oder unterernährten Kindern, die keinen ausreichenden Zugang zu Gesundheitssystemen haben, steigt die Sterberate häufig auf bis zu 25 Prozent.

Dabei gibt es eine sichere und kostengünstige Impfung gegen Masern, die weniger als einen US-Dollar pro Kind kostet. Der Impfstoff muss bis zu seiner Verwendung jedoch durchgehend gekühlt werden. Ärzte ohne Grenzen erachtet einen riesigen personellen, finanziellen und logistischen Aufwand für nötig, um die Masern-Epidemie noch aufzuhalten.

Zur Realisierung dieses Kraftaktes hat die Organisation das Gesundheitsministerium sowie alle internationalen Spender- und Hilfsorganisationen, die in der Demokratischen Republik Kongo aktiv sind, dazu aufgerufen, sofort zu handeln. Besonders die Behörden der Vereinten Nationen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk UNICEF seien nun gefragt, um die Epidemie doch noch zu stoppen.

 




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