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Kongo (Dem. Rep.) arrow News arrow Klage gegen Lumumba-Mörder

Klage gegen Lumumba-Mörder

Geschrieben von Eva Kauke   
Dienstag, 18. Januar 2011

Ein halbes Jahrhundert nach der Ermordung von Patrice Lumumba, dem ersten frei gewählten Ministerpräsidenten des Kongo, wollen Aktivisten die Verantwortlichen nun endlich vor Gericht sehen. Sie fordern die Anklage von zwölf Belgiern, die für den Tod des Unabhängigkeitskämpfers zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Wie der Anwalt der Aktivisten den Medien berichtete, gibt es Beweise, die die Beteiligung der Männer an der grausamen Hinrichtung Lumumbas bestätigen.

Patrice Lumumba war eine zentrale Person in der Unabhängigkeitsbewegung des Kongo. Er galt als charismatischer und zielstrebiger Politiker und wurde von der Bevölkerung des Kongo verehrt und von der weißen Kolonialmacht gefürchtet. Nach seiner Ermordung, nur wenige Monate nachdem sein Land im Juni 1960 die Unabhängigkeit von Belgien erlangte, wurde Lumumba in ganz Afrika zur Galionsfigur des Anti-Imperialismus.

In den ersten demokratischen Wahlen im Kongo im Frühjahr 1960, nach über einem Jahrhundert der Unterdrückung durch die Belgier, wurde Lumumba zum ersten Premierminister seines Landes gewählt. Sehr zum Missfallen der westlichen Eliten, die in Lumumba einen starken Gegner ihrer eigenen Interessen sahen. Ein wichtiges Ziel Lumumbas bestand in der Verstaatlichung der nationalen Uran- und Kupferminen, die bis dahin in belgischem Besitz verblieben waren.

In der ersten Phase der Unabhängigkeit im Kongo kam es überall im Land zu Unruhen. Die Erwartungen an Lumumba und seine Regierung waren groß, die Vorteile der Freiheit sollten in einem Land, indem es für die Mehrheit der Bevölkerung bisher weder eine Gesundheitsversorgung noch adäquate Bildungsmöglichkeiten gab, auf sich warten lassen. Die Bemühungen Lumumbas, das Land zu vereinen, erwiesen sich als schwierig. Hinzu kamen immer wieder militärische Interventionen durch die ehemalige Kolonialmacht Belgien.

Unterstützung fand Lumumba schließlich bei der Sowjetunion. Die Entscheidung, sich dem sozialistischen System anzuschließen, gab laut Historikern in einer Zeit, in der sich der Kalte Krieg auf seinem Höhepunkt befand, den Ausschlag für die folgenden Ereignisse. Am 17. Januar 1961 fiel Patrice Lumumba in der Region Katanga einem Mordkomplott zum Opfer. Es gilt als erwiesen, dass sowohl die CIA als auch der belgische Geheimdienst an der Planung der Hinrichtung Lumumbas direkt bzw. indirekt beteiligt waren. Das Erschießungskommando war nachweislich von belgischen Kommandanten angeführt worden.

Von einem Untersuchungsausschuss des belgischen Parlaments wurden im Jahr 2002 die Umstände von Lumumbas Ermordung weitgehend rekonstruiert und daraufhin eine „moralische Verantwortung“ Belgiens eingeräumt. Folgen hatte dieses Eingeständnis bisher allerdings keine, wenn man von einer Entschuldigung für die Vorkommnisse aus Brüssel absieht. Dies wollen die Aktivisten nun ändern, indem sie eine strafrechtliche Verfolgung der am Tod des Visionärs Lumumba beteiligten Personen einfordern.

 




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