Hotline für ReiseanfragenBitte hier klicken
Die Reiseexperten unseres Partner-Reisebüros beraten Sie gerne telefonisch unter 01805 - 900 456 21569. (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, max. 42 Cent/Min. mobil)


Kenia arrow News arrow Kenia: Jugendliche bahnen sich einen Weg aus der Armut

Kenia: Jugendliche bahnen sich einen Weg aus der Armut

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Mittwoch, 21. Dezember 2011

Mitten in einem Labyrinth aus selbstgezimmerten Hütten, lehmigen Straßen und Pfaden steht ein junger Mann gebückt über eine Reihe frischer Setzlinge. Das provisorisch wirkende, kleine Gewächshaus in dem er sich befindet, gehört der Gemeinschaft. Die Gruppe Jugendlicher, zu der der Mann gehört, baut nicht nur Gemüse an, sondern betreibt auch einen Wasserkiosk, einen Stuhlverleih und ein öffentliches Waschhaus.

Wir befinden uns in Nairobi, genauer gesagt in Kibera, einem der größten Slums des afrikanischen Kontinents. Nach den letzten Wahlen vor drei Jahren, hat sich hier die Wut der Jugendlichen über ihre eigene Perspektivlosigkeit und die Untätigkeit der Politiker gewaltvoll entladen. Tausende Menschen gingen damals auf die Straße, steckten Häuser in Brand und klagten über ihre Ausgrenzung aus dem formellen Wirtschaftskreislauf.

Drei Jahre später hat sich die frustrierte Gewalt in produktive Geschäftigkeit verwandelt. Viele der Menschen in den informellen Siedlungen fühlen sich zwar immer noch ausgegrenzt, haben aber begonnen, ihre eigenen Wirtschaftskreisläufe und -zweige zu etablieren. Das Problem der Jugendarbeitslosigkeit ist in Kibera sehr präsent – Schätzungen zufolge sind an die 80 Prozent der Jugendlichen ohne regelmäßige Arbeit. Der globale Durchschnitt lag 2010 bei 12,7 Prozent.

Anstatt darauf zu warten, dass die Regierung etwas unternimmt, schaffen sich immer mehr Jugendliche ihren eigenen Geschäftsbereich. Zugute kommt ihnen dabei, dass sie die Strukturen in Kibera sehr gut kennen und eine Vorstellung von den Bedürfnissen der Menschen haben. Ein großes Problem sind beispielsweise die „fliegenden Toiletten“, einfache Plastiktüten, die voller Fäkalien an den Straßenrand geworfen werden. Da es kein funktionierendes Abwassersystem und kaum öffentliche Toiletten und Duschen gibt, landet alles auf der Straße.

Der offensichtliche Mangel städtischer Versorgungsfunktionen hat den Umande Trust, der primär Jugendliche und Frauen beschäftigt, dazu bewegt, sogenannte „Bio-Zentren“ aufzubauen. In diesen öffentlichen Toiletten wird das anfallende Gas dazu verwendet, das Wasser für die im Zentrum integrierten öffentlichen Duschen zu erhitzen. Gleichzeitig wird das Biogas auch an die lokale Bevölkerung verkauft, die es zum Kochen verwendet.

Ein weiterer Vorteil der Bio-Zentren ist die Tatsache, dass ihr Betrieb Arbeitsplätze schafft. Darüber hinaus befinden sich im ersten Stock der Gebäude kleine Räumlichkeiten, die entweder als Büro oder Veranstaltungsräume genutzt werden können. Zehn Prozent ihres Lohnes können die Angestellten der Zentren in einen Fonds einzahlen, mit dem weitere Anlagen finanziert werden. Insgesamt gibt es in Kenia bereits über 40 solcher Bio-Zentren, die meisten davon in den informellen Siedlungen rund um Nairobi.

 




Meistgelesene Artikel

Klima & beste Reisezeit - Namibia

Dienstag, 7. April 2009 | Mario Herbst

klimatabelle-temperatur-namibia Das Klima in Namibia lässt sich grob in zwei Bereiche unterteilen. Der Süden des...
weiterlesen ...

Klima & beste Reisezeit - Seychellen

Dienstag, 7. April 2009 | Mario Herbst

Klima Auf den Seychellen herrscht tropisch wechselfeuchtes Klima. Wechselfeuchtes Klima bedeutet, dass...
weiterlesen ...

Weitere meistgelesene Artikel

Neueste Artikel

REISEANGEBOTE jetzt NEU bei Afrika Travel

Mittwoch, 29. Februar 2012 | Lisa Paula

article thumbnai REISEANGEBOTE jetzt NEU bei Afrika Travel: tolle Reiseangebote warten auf Sie! Finden Sie...
weiterlesen ...

Rundreise im südlichen Afrika

Sonntag, 27. November 2011 | Christian Maurer

suedafrika1 Afrika hat mich schon immer fasziniert. Nur die Entscheidung, in welchen Teil dieses riesigen...
weiterlesen ...

Weitere neue Artikel

Zufällige Artikel

Sitten & Gebräuche - Nigeria

Dienstag, 7. April 2009 | Mario Herbst

SittenGebraeuche Da in Nigeria viele verschiedene ethnische Gruppen leben, sind die Sitten und Gebräuche...
weiterlesen ...

Geht Gaddafi ins Exil?

Donnerstag, 18. August 2011 | Eva Kauke

libyen1 Am Mittwoch verbreitete eine arabische Zeitung die Nachricht, Muammar al-Gaddafi habe beim...
weiterlesen ...

Weitere zufällige Artikel