Hotline für ReiseanfragenBitte hier klicken
Die Reiseexperten unseres Partner-Reisebüros beraten Sie gerne telefonisch unter 01805 - 900 456 21569. (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, max. 42 Cent/Min. mobil)


Kenia arrow News arrow Kenia: Vertrieben für den Tourismus

Kenia: Vertrieben für den Tourismus

Geschrieben von Eva Kauke   
Mittwoch, 14. Dezember 2011

Der Tourismus ist ein wichtiger Zweig der kenianischen Wirtschaft, in den zu investieren grundsätzlich eine gute Sache ist. Ganz besonders die Naturschutzgebiete erfreuen sich als Reiseziele bei Touristen aus aller Welt großer Beliebtheit. Der Schutz von Flora und Fauna ist ohne Frage ebenfalls ein erstrebenswertes Ziel. Doch was, wenn all diese an sich so positiven Bestrebungen auf dem Rücken der heimischen Bevölkerungsgruppen ausgetragen werden? So geschehen im Laikipia-Distrikt im Norden Kenias, das seit Jahrhunderten traditionelles Gebiet der Samburu ist.

Zwei Umweltschutzorganisationen – die US-basierte Organisation „The Nature Conservancy“ (TNC) und die „African Wildlife Foundation“ (AWF) – kauften für 1,5 Millionen Euro ein Gebiet von rund 70 Quadratkilometern, in dem die Samburu seit Generationen leben, um dort einen Naturschutzpark einzurichten. Offizieller Besitzer dieses Gebietes war bis dahin der ehemalige Präsident des Landes, Daniel arap Moi. Nach dem Verkauf des Landes wurden die Samburu zum Teil gewaltsam aus ihren Dörfern vertrieben. Wie die Menschenrechtsorganisation „Survival International“ berichtet, wurden ganze Dörfer niedergebrannt, Tiere entwendet oder getötet und die Bewohner der Dörfer tätlich angegriffen. Ein Samburu-Ältester soll nach Angaben der Organisation sogar erschossen worden sein. Auch von Vergewaltigungen ist die Rede. Die Menschen leben in ständiger Angst vor neuen Übergriffen.

Bereits im Jahr 2008 begannen die gezielten Attacken gegen die in dem betreffenden Gebiet ansässige indigene Volksgruppe der Samburu. Von der Vertreibung betroffen sind inzwischen rund 3000 Familien. 1000 Familien wurden gezwungen, das Gebiet gänzlich zu verlassen. Die übrigen 2000 Familien leben am Rande des Gebietes in notdürftig zusammengebauten Hütten. Heute lebt kein einziger Samburu mehr dort, alle wurden vertrieben, so berichtete ein Sprecher der Samburu der Organisation „Survival International“.

Das traditionelle Land der Samburu im Laikipia-Distrikt wurde von der AWF inzwischen an die kenianische Regierung gespendet. Ein Gerichtsverfahren, das die aus ihrer Heimat vertriebenen gegen die AWF sowie den ehemaligen Präsidenten arap Moi anstrengten, blieb bis auf eine weitgehend ignorierte gerichtliche Verfügung, die Gewalt gegen die Samburu zu beenden, bisher ohne Erfolg. Survival International hat nun in einem Brief die Vereinten Nationen aufgefordert, die Samburu zu unterstützen.

Sowohl Kenias Minister für Wald und Tiere als auch die AWF bestehen auf ihrem Standpunkt, der geplante Naturschutzpark sei ein großer Gewinn für den Tourismus und damit die Wirtschaft des Landes. Einigkeit herrscht auch darüber, dass man die vielen seltenen Tierarten in dem betreffenden Gebiet schützen muss. Die Tatsache, dass für diese Ziele Menschen mit Gewalt aus ihren Dörfern vertrieben und ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden, scheint nicht auf dem Programm der oben genannten Verantwortlichen aufzutauchen.

 




Meistgelesene Artikel

Klima & beste Reisezeit - Namibia

Dienstag, 7. April 2009 | Mario Herbst

klimatabelle-temperatur-namibia Das Klima in Namibia lässt sich grob in zwei Bereiche unterteilen. Der Süden des...
weiterlesen ...

Klima & beste Reisezeit - Seychellen

Dienstag, 7. April 2009 | Mario Herbst

Klima Auf den Seychellen herrscht tropisch wechselfeuchtes Klima. Wechselfeuchtes Klima bedeutet, dass...
weiterlesen ...

Weitere meistgelesene Artikel

Neueste Artikel

REISEANGEBOTE jetzt NEU bei Afrika Travel

Mittwoch, 29. Februar 2012 | Lisa Paula

article thumbnai REISEANGEBOTE jetzt NEU bei Afrika Travel: tolle Reiseangebote warten auf Sie! Finden Sie...
weiterlesen ...

Rundreise im südlichen Afrika

Sonntag, 27. November 2011 | Christian Maurer

suedafrika1 Afrika hat mich schon immer fasziniert. Nur die Entscheidung, in welchen Teil dieses riesigen...
weiterlesen ...

Weitere neue Artikel

Zufällige Artikel

Mugabe will wieder allein regieren

Montag, 20. Dezember 2010 | Eva Kauke

simbabwe Wie nicht anders erwartet wird Robert Mugabe in der Wahl 2011 erneut für das Amt des...
weiterlesen ...

36 Tote bei Überfall in Burundi

Montag, 19. September 2011 | Eva Kauke

burundi Bewaffnete Männer stürmten am Sonntagabend eine Bar in der Nähe von Burundis...
weiterlesen ...

Weitere zufällige Artikel