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Kenia: Zwei Entwicklungshelfer aus Flüchtlingslager entführt

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Donnerstag, 13. Oktober 2011

Zwei Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sind gestern von einer bewaffneten Gruppe aus dem in Kenia gelegenen Flüchtlingslager Dadaab entführt worden. Es wird davon ausgegangen, dass Mitglieder der in Somalia aktiven, radikal-islamischen al-Shabaab Milizen hinter der Entführung stehen.

Das Flüchtlingslager Dadaab beherbergt derzeit schätzungsweise 450.000 Menschen, die zu einem großen Teil aus dem seit Jahrzehnten von Bürgerkrieg und jüngst von einer Hungersnot heimgesuchten Somalia stammen. Das nahe an der Grenze zu Somalia gelegene Lager ist das größte Flüchtlingslager der Welt und nominell die drittgrößte „Stadt“ Kenias.

Bei den beiden entführten Personen handelt es sich vermutlich um zwei spanische Ärztinnen. Ein kenianischer Fahrer der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurde bei der Aktion von den Entführern angeschossen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und sein Zustand ist mittlerweile wieder stabil.

Die kenianische Polizei hat umgehend eine Suche nach den Entführern eingeleitet. Alle verfügbaren Polizisten seien im Einsatz und die Grenze nach Somalia wurde geschlossen, um die Verschleppung der Entführungsopfer nach Somalia zu verhindern. Ärzte ohne Grenzen bestätigte, dass zwei ihrer Mitarbeiter vermisst werden und gab bekannt, dass ein Krisenstab eingerichtet wurde, der sich dem Vorfall widmet.

Vergangenen Monat waren bereits eine britische und eine französische Urlauberin von Mitgliedern der al-Shabaab Miliz in Kenia entführt worden. Beide hielten sich im Nordosten des Landes, nahe der somalischen Grenze auf. Die beiden befinden sich noch immer in der Gewalt ihrer Entführer, ihr genauer Aufenthaltsort ist unbekannt. Der Mann der 56 Jahre alten Britin, David Tebbutt wurde während der Entführung erschossen.

Das Auswärtige Amt rät aufgrund der aktuellen Lage von Reisen in die nordöstlichen Landesteile Kenias ab. Da beide Entführungen mit Schnellbooten durchgeführt wurden, sind besonders strandnahe Gebiete zu meiden.

 




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