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Hohe Elfenbeinpreise bedrohen Kenias Elefanten

Geschrieben von Eva Kauke   
Sonntag, 21. August 2011

In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden im Samburu-Nationalpark in Kenia so viele Elefanten illegal getötet wie noch nie zuvor. In den letzten zweieinhalb Jahren ist die Wilderei um ein vielfaches angestiegen. In diesem Zeitraum wurden so viele Dickhäuter gewildert, wie zuvor in elf Jahren. Das schreibt George Wittemyer, Elefantenexperte der Colorado State University in der Fachzeitschrift „Nature“.

Der Grund für den dramatischen Anstieg der Wilderei ist der hohe Preis, den man derzeit für Elfenbein auf dem Schwarzmarkt bekommt, in Verbindung mit dem zunehmenden Schmuggel der kostbaren Ware. Seit 2007 hat sich der Preis für das weiße Gold verdoppelt. Für einen Stoßzahn werden Summen bezahlt, die manche Arbeiter im Samburu-Nationalpark in fünfzehn Jahren nicht verdienen.

Absatz finden die wertvollen Stoßzähne der Elefanten derzeit hauptsächlich in China. Dort boomt die Wirtschaft, die Menschen wollen Prestigeobjekte, mit denen sie ihren Reichtum öffentlich zeigen können. Kunstwerke, Möbel und andere kostbare Wertsachen aus Elfenbein erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Auch als Potenzmittel wird das weiße Gold in der traditionellen Heilkunde des Landes verwendet. Der Elefantenexperte George Wittemyer, der den erschütternden Bericht veröffentlichte, fordert eine engere Zusammenarbeit der Behörden Kenias mit China, um den Schmuggel von Elfenbein einzudämmen.

Mit den Preisen für das kostbare Elfenbein steigt auch die Skrupellosigkeit der Wilderer. Wurden früher ausschließlich männliche Elefanten gejagt, die wesentlich größere Stoßzähne haben als die Weibchen, werden nun auch diese immer häufiger zum Ziel der illegalen Jagden. Immer mehr Elefantenwaisen bewegen sich allein durch den Nationalpark und haben keine Chance auf sich allein gestellt zu überleben. Die Bestände in Kenia sind auf Dauer stark gefährdet, wenn es nicht gelingt, die Wilderei zu stoppen oder zumindest einzudämmen. Denn inzwischen liegt die Problematik diesbezüglich nicht mehr allein in der extremen Überzahl der Weibchen und im Umkehrschluss dem Mangel an zeugungsfähigen Männchen, sondern durch die Tötung der Mütter auch im Verlust des Nachwuchses.

 




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