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Impfkampagne in Kenia soll Kindersterblichkeit senken

Geschrieben von Eva Kauke   
Dienstag, 15. Februar 2011

In Kenia wurde am Montag eine neue Impfkampagne gegen den Pneumokokken-Erreger gestartet. Dieser verursacht vor allem Lungenentzündungen, aber auch andere schwere Krankheiten wie Meningitis. Pneumokokken zählen zu den häufigsten Verursachern tödlich verlaufender Krankheiten in Afrika. Besonders Kinder sind anfällig für diesen Erreger. Mehr als eine halbe Million Kinder unter fünf Jahren sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr in den Entwicklungsländern durch Pneumokokken.

Der neue Impfstoff gegen Lungenentzündung wurde speziell auf die Möglichkeiten und Bedürfnisse von Entwicklungsländern zugeschnitten. Während ein ähnlicher Impfstoff in den Industrieländern etwa 70 US-Dollar pro Dosis kostet, belaufen sich die Kosten für eine Impfdosis des neuen Stoffes mit 3,50 US-Dollar gerade einmal auf einen Bruchteil davon. Möglich wurde das durch die Initiative der GAVI Alliance, einer gemeinnützigen Organisation, die als Vermittler zwischen zentralen Institutionen wie der Weltbank, UNICEF, WHO, Pharmakonzernen und den Regierungen der verschiedenen Länder fungiert.

GAVI erstellte im Rahmen seiner Arbeit einen Finanzierungsplan, von dem neben Kenia auch viele andere Länder durch kostengünstige Impfstoffe profitieren sollen. Unter anderem wird die billige Produktion des Stoffes durch Spenden von mehr als 3 Milliarden US-Dollar unterstützt. Zu den großzügigsten Spendern zählen Italien, Großbritannien, Russland Norwegen und die Bill & Melinda Gates Stiftung.

Kenia ist das erste Land, in dem der neue Impfstoff im großen Rahmen eingesetzt wird. Damit können Schätzungen zufolge bis 2015 rund 700.000 Kinder vom Tod durch eine Infektion mit Pneumokokken geschützt werden. Kenias Gesundheitsministerin, Beth Mugo, bezeichnete den Beginn der Kampagne am Montag als einen historischen Schritt für eine bessere Gesundheit für Kenias Kinder. Als nächstes afrikanisches Land, in dem der Impfstoff eingeführt wird, soll noch im Laufe diesen Jahres Sierra Leone folgen.

Die günstige Herstellung des Impfstoffes und dessen günstige Abgabe an die Entwicklungsländer ist ein wichtiger Schritt für die Gesundheitssituation vieler Länder, der allerdings zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt. Besonders in den Regionen außerhalb der Städte ist fehlende Elektrizität ein großes Problem. Denn die Kühlkette des Stoffes darf nicht unterbrochen werden, um dessen Wirkung zu garantieren. Ohne Kühlschränke ist es schwierig, das zu gewährleisten. Die Impfkampagne in die Regionen ohne elektrischen Strom auszuweiten, birgt demnach einige Schwierigkeiten.

 




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