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Kenia plant den Bau eines Atomkraftwerks

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Freitag, 26. November 2010

Bereits seit mehr als zwei Jahren gibt es in Kenia Überlegungen, den steigenden Energiebedarf des ostafrikanischen Landes durch den Bau eines Atomkraftwerks zu decken. Nun hat die Regierung erste konkrete Schritte eingeleitet. Kenias Energieminister Kiraitu Murungi teilte heute mit, dass entlang der Küste am Indischen Ozean nach einer geeigneten Stelle für den Bau gesucht wird. Dafür hat die Regierung eine Kommission zusammengestellt, die außerdem dafür sorgen soll, dass alle Richtlinien und Bestimmungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) eingehalten werden.

Das 13-köpfige Komitte soll darüber hinaus einen konkreten Zeitplan für das Vorhaben ausarbeiten. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass das Projekt etwa 80 Milliarden Kenianische Schilling (ca. 800 Millionen Euro) verschlingen wird und frühestens 2020 abgeschlossen sein wir. Kenia erhofft sich von dem Bau langfristig den steigenden Energiebedarf zu decken, die CO2-Emmissionen zu senken und die hohen Energiekosten zu senken.

Bisher produziert Kenia jährlich etwa 1.200 Megawatt Strom, der zu 65 Prozent aus Wasserkraft gewonnen wird. Bereits jetzt versucht Kenia die Abhängigkeit von der Wasserkraft zu reduzieren, indem zunehmend Geothermie- und Windkraftanlagen gebaut werden. Das Problem der Abhängigkeit von der Wasserkraft hat sich zuletzt 2009 gezeigt.

2009 führte eine extreme Dürre dazu, dass die Stauseen nur noch einen sehr niedrigen Wasserpegel hatten, weshalb die Wasserkraft nur noch etwa 30 Prozent des gesamten Energiebedarfs des Landes decken konnte. In der Folge mussten die Energiekonzerne, allen voran der führende Anbieter KenGen, mit Diesel betriebene Generatoren einsetzen, um das Defizit auszugleichen. Dadurch entstanden sehr hohe Kosten. Da Klimaexperten davon ausgehen, dass extreme Klimaereignisse wie Dürren in der Region zunehmen werden, versucht Kenia nun entgegenzusteuern.

KenGen schätzt, dass durch den Bau eines Kernkraftwerks die Energieproduktion des Landes bis 2022 auf insgesamt 4.200 Megawatt für ein Jahr steigen könnte. Bisher gibt es auf dem afrikanischen Kontinent nur in Südafrika ein einsatzfähiges Kernkraftwerk. In Nigeria und Ägypten gibt es jedoch ebenfalls erste Planungen zum Bau eines eigenen Atommeilers.

 




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